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Archiv Klettern

Die Gipfel bzw. Klettergebiete sind alphabetisch aufgelistet, über die Suche kannst du deine Wünsche gezielt ansteuern. Leichte Klettereien bis zum 3. Schwierigkeitsgrad finden sich auch im Archiv Bergsteigen.

Schlaiten, AV-Familienklettergarten (Iseltal, Osttirol)

Schlaiten, AV-Familienklettergarten, 3 – 6c

Klettervergnügen in Flussnähe.

Iseltal, Schlaiten, Osttirol.

P auf der Westseite der Schlaitner Brücke über die Isel (gut 1 km nw. von Ainet, 8 km nw. von Lienz) – Forststraße direkt am Flussufer (Teilstück des Iseltrails) 1,5 km gegen Nordwest, der Klettergarten liegt wenige Schritte links des Weges. Eine Zufahrt auf teils unbefestigten Wegen über Schlaiten/Mesnerweg ist umständlich und wird nicht gerne gesehen.

ÜbersichtKarteder Familienklettergarten Schlaiten knapp 10 km nordwestl. von Lienz in Osttiroldas Topo - 12 Routen, eingerahmt von einem Klettersteig

Die AV-Sektion Lienz hat an diesem eher unscheinbaren Felsen am Fuß der Villgratner Berge einen ein kleines, familienfreundliches Klettergebiet geschaffen, welches wesentlich mehr Freude macht als es zunächst den Anschein hat. 12 Routen, von einer kurzen Anfängertour bis zu zwei heftigen Kanten im oberen 6. Franzosengrad, füllen in höchst angenehmer Weise zumindest einen halben Klettertag – oder auch einen ganzen, wenn das Unternehmen gar in ein Familienkletterpicknick à la Südfrankreich ausarten sollte. Die bis zu 20 m hohen Felsen werden überdies von einem Klettersteig eingerahmt. Bitte auf dem paradiesischen Plätzchen keinen Müll hinterlassen, wir haben vor zwei Wochen am Iseltrail allein zwischen Lienz und Matrei sechs prall gefüllte Einkaufstaschen davon eingesammelt. -
In der näheren Umgebung finden sich noch weitere Klettergebiete, etwa in der Schwarzach- und Unterpeischlacher Klamm und weiter hinten im Defereggental, die Kalser Nase oder die Prägratner Sonnenplatten im Virgental.

die kleine, aber feine Kletterwand wurde von der AV-Sektion Lienz vorbildlich saniertdie meisten Routen sind auf kreative Art gekennzeichnetan der turmartigen Struktur des südlichen Wandteils versucht sich Ulli in der anfangs mächtig überhängenden Kante des Ironman 6bErich im herrlichen Piazriss von Hulk 6a, mit tricky Ein- und Ausstiegauch im rechten Wandteil wunderschönes Urgestein: Ulli in Thanos 6aan heißen Sommertagen springt man einfach in die benachbarte Isel oder steigt eine Viertelstunde hinauf ...... zum Schlaitner Wasserfall
(19.04.2026)

Kalser Nase (Granatspitzgruppe)

Kalser Nase, ca. 1400 m, 4c – 7b+

Kletterloge zwischen Glockner und Iseltal.

Granatspitzgruppe, Kalser Tal, Arnig, Osttirol.

Kleiner Klettergarten am Auslauf des Granatspitzkammes in der SO-Flanke des Rotenkogel, Zufahrt ab Huben im Iseltal ca. 10 km in Richtung Kals am Großglockner, dann links ab zum Weiler Arnig. Parkplatz wegen offiziellem Fahrverbot am besten vor Ort klären; nur geringer Zustieg von wenigen Höhenmetern, falls man bis zur Forststraßenkehre (s. Messini-Führer) auffahren darf.

ÜbersichtKartenach kurzem Forststraßen-Zustieg steht man staunend unter dem fantastischen Felsgebilde der Kalser Nase

Das kleine, aber feine Klettergebiet liegt etwa 20 km nordwestlich von Lienz und ist umringt von gleich fünf Gebirgsmassiven der Hohen Tauern, nämlich Venediger-, Granatspitz-, Glockner- und Schobergruppe sowie den Villgratner Bergen (Deferegger Alpen). Ein idealer Platz für ein Familienkletterpicknick mit 8 gut eingerichteten Routen (zwischen 5 und 7) am etwas gemäßigten, frei stehenden, 15 m -„Torre“ und 9 Linien (6 bis 9) an der extremen „Nase“, einem 30 m hohen spiegelglatten, stumpfkantigen Felspfeiler mit gewaltigem Abschlussüberhang. Aufgrund der sonnigen Aussichtslage kann es im Sommer manchmal zu heiß zum Klettern werden.
In der näheren Umgebung finden sich im Messini-Führer noch weitere Klettergebiete, etwa um und über Kals, in der Schwarzach- und Unterpeischlacher Klamm und weiter hinten im Defereggental oder an den Prägratner Sonnenplatten.

die 30 m hohe Kalser Nase bietet zwei spiegelglatte Wandflächen mit neun Routen in den höheren Graden - die beschattete Ostseite ... ... und die südliche Hälfte, die laut Führer (s. Literatur) eine der schönsten Linien Osttirols trägt (7a+); ganz links gibt's aber auch eine 5c: Michls Aufwärmerwenige Meter weiter der wesentlich gemütlichere 15 m hohe „Torre“der Torre von Südwesten gegen den  Fallwindeskogel der Schobergruppe, gleich außerhalb des Bildes in Ullis Blickrichtung ...... ein familientauglicher Picknickplatz mit Blick übers Iseltal auf die östlichen Villgratner BergeUlli stürzt sich gleich auf die Südkante des Torre ...... und strebt geschmeidig dem Turmgipfel zuErich versucht sich an der benachbarten SW-Kante (6a+)gleich links daneben die SW-Wand (6a)rechts die leichteste Route am Torre: die NW-Kante (4c), welche aber wenige Meter unterm Gipfel endet; Ulli klettert weiter am eindrucksvollen Ausstieg der Nordwand (5c), - ...... der einige gschmackige Züge bereithält; links oben der Riegelkopf der Schobergruppe (s. Archiv Bergsteigen mit Überschreitung in einem schneearmen Winter)Ulli am Turmgipfelder Blick gegen SO auf Riegelkopf und Kegelstein, links hinten die Leibnitzer Rotspitzen, die westlichsten 3000er der Schobergruppeabschließend der Blick von der Kalser Nase auf Großglockner und Glocknerwand
(07.04.2026)

Literatur: Messini: Osttirol. Alpinklettern, Klettergärten und Klettersteige. Mailand: Edizioni Versante Sud 2018.

Prägratner Sonnenplatten (Venedigergruppe)

Prägratner Sonnenplatten, 6 bis 7

Südseitige Grünschieferwand überm Virgental.

Venedigergruppe, Virgental, Prägraten, Osttirol. Zustieg knapp 300 Hm + 5-6 SL mit gut 200 Hm.

P Sajathütte westl. hinter Bichl, nordwestl. oberhalb von Prägraten (Tagesgebühr zurzeit 8 €) – Wanderweg in Richtung Bodenalm bis unter die Wand – aktuell 9 Routen im 6. und 7. Grad.

ÜbersichtKarteVorderer Sajatkopf mit Prägratner Sonnenplatten (links der Bildmitte) vom Ortsteil Bichl

An den talnahen Urgesteinsplatten in der Südflanke des Vorderen Sajatkopf, auch bekannt unter „Dorfmähder“, kann man den Großteil des Jahres über die Reibung seiner Sohlen erproben. Umringt von stattlichen Bergriesen wie Hochschober oder Lasörling stehen eine ganze Reihe vergnüglicher, gut abgesicherter Touren im mittleren Schwierigkeitsbereich zur Auswahl, welche auch spielerisch miteinander kombiniert werden können. Bei unserem Antrittsbesuch sind wir in die Kälberloch (6/6- A0) eingestiegen und vom ersten Stand weg in der Streif (7-/6 A0) weitergeturnt – eine lange Folge von angenehmen Überraschungen.

die Prägratner Sonnenplatten liegen oberhalb des Bichler Dorfmähders in einer Höhe von ca. 1750 bis 1950 m; rechts hinten die Wunwandder Zustieg auf dem Wanderweg Richtung Bodenalm; die Einstiege liegen nur wenige Meter oberhalb des SteigsBlick von den Einstiegen gegen Osten (Hochschober)wir steigen im kleinen Kamin des „Kälberlochs“ ein und verfolgen ab dem 1. Stand (am Grasband) „die Streif“Ulli im kurzen Einstiegskamin des Kälberlochs ...... und in der glatten 2. Seillänge der Streifvom 2. Stand schaut man durchs hintere Virgental schon weit hinein zu den kaum besuchten Gipfeln der westlichen VenedigerErich in der 3. SL, wo man neben den gebohrten auch zwei Schlaghaken vorfindet; die Schlüsselstelle kann etwas leichter auch vom Stand weg links über die „Mausefalle“ umgangen werdenUlli dran: an der herrlichen Riesenschuppe der 4. SLkurz vor dem 4. Stand; hinten Hochschober und Zunig (rechts, s. Archiv Bergsteigen)auch in der 5. Länge immer wieder nette Überraschungenam Beginn der letzten SL ...... abermals auf herrlichen Grünschieferplattender letzte Bauch vor dem Ausstieg, hinter uns der Lasörling; abgeseilt wird schnurgerade zurück über die Route
(14.10.2025)

Literatur: Messini: Osttirol. Alpinklettern, Klettergärten und Klettersteige. Mailand: Edizioni Versante Sud 2018.

Hochstadel, N-Wand (Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten)

Hochstadel, 2681 m. N-Wand, 3

Klassischer Anstieg durch eine der fünf höchsten Kalkalpen-Bigwalls.

Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten, Lavant bei Lienz, Osttirol. Aufstieg 2100 Hm (inkl. kleine Gegensteigungen beim Abstieg am Zabarotsteig), davon Zustieg ca. 700 Hm + 1300 Hm Wandhöhe.
P Frauenbachwasserfall, Wacht, 2 km sö. von Lavant - Forststraße/Wanderweg Lavanter Graben - Nordwand - Hochstadel - Abstieg O-Kamm am Rudnigweg, früher Garnitzenweg - Unholdenalm - Hochstadelhaus bzw. Kalser Schutzhütte - Zabarotsteig (A/B) - Haltestelle Nikolsdorf - südliches Drauufer flussaufwärts und entlang der Straße zurück zum P.

ÜbersichtKartedie Lienzer Dolomiten von NO (Luelfeld am Ziethenkopf, Kreuzeckgruppe)auch im Winter wurde und wird die Riesenwand erklettert; hier die Nordwandroute vom Aufstieg zum Stronachkogelungefährer Routenverlauf vom Parkplatz am Auslauf des Lavanter Graben

Zusammen mit den wilden Nebengipfeln der Freiung und den filigraneren Hahnenkammspitzen formt der Hochstadel eine der gewaltigsten Wandfluchten der Ostalpen. Drei Jahre nach der Erstbegehung im Juli 1905 (Doménigg, Glatter und König) findet der hervorragende Lienzer Bergsteiger Rudi Eller zur Überwindung des steilsten Wandbereichs zwischen 2. und 3. Schneefleck, rechts vom Originalweg, eine wesentlich elegantere Lösung: die Ellerplatte - eigentlich ein mächtiger Plattenschuss, an dem auch heutzutage noch von den meisten Begehern gesichert wird. Eller gilt als der bedeutendste Erschließer der Lienzer Dolomiten und war auf seinen Neutouren meist solo unterwegs.
In Anbetracht der Dimension - die benachbarte, direktere und schwierigere Nordwestkante (5) bietet 2100 Klettermeter auf 36 Seillängen, unsere Nordwand ist um etliches länger - wird man den Großteil seilfrei klettern; wir haben die vier, fünf Seillängen im Bereich Ellerplatte gesichert. Im Vorfeld bekommt man das beste Gefühl für die Wand durch Beschreibung und Fotos im leider vergriffenen Peterka-End-Alpenvereinsführer.

Schon vor Sonnenaufgang steigen wir den Lavanter Graben zum roten Punkt des heute üblichen Einstiegs (auch eine „Erfindung“ Ellers) hinauf. Hier eine Art Logbuch zu diesem Meer aus Stein:

Dank der Markierungspunkte kommen wir relativ flott über die versteckte Rinne hinaus zu den talseitigen Begrenzungsfelsen der Grabenrinne. Ulli steckt ihre Nase kurz in das überdachte, grüne Band - das bringt nichts, man kommt von dort nicht über die Wülste hinaus. Erich geht vom obersten Steinmann den grasigen Riss direkt an und versenkt mittendrin für alle Ewigkeit einen kleinen Friend - etwas weiter unten links hinaus ist es sicher weniger dramatisch. Jedenfalls stehen wir jetzt auf dem Begrenzungsrücken der Grabenrinne.
Die kurze Viererstelle am Klemmblock ist weder zu übersehen noch zu fürchten, dann kommt die erste große Überraschung: Im schluchtartigen oberen Graben liegen bis weit herunter meterdicke, pickelharte Schneemassen. Hier hält das Herumschnuppern in labyrinthischen Randklüften und unter höhlenartigen Schneebrücken etwas auf.
In der flacheren, gebänderten Zone hinüber bis unter den 2. Schneefleck, der genau wie der 3. heuer bereits restlos abgeschmolzen ist, geht's wieder hurtig voran - Steinmänner ersparen längeres Herumsuchen. Drüben in der breiten Verschneidungsrinne in schönem, leichtem Fels gerade hinauf bis zum Eck, wo sich die Anstiege trennen. Wir folgen Rudls Spuren.
Mitten durch den schmalen Plattenstreifen zwischen der großen gelben Riesenverschneidung rechts und der kleineren links windet sich ein schützengrabenartiger Kamin empor, durch den wir links hinaus auf die helle, flache Wandbucht steigen. Angesichts der tollen Plattenwand darüber ist man versucht, gleich gerade weiterzuklettern - rechts beim oberen Rand der weißen Platte befindet sich sogar ein Stand mit zwei Schlaghaken. Wir queren aber die flache weiße Platte horizontal nach links und schlüpfen einen überhängenden Winkel (Haken mit weit sichtbarer Schlinge) kurz steil hinaus - schaut von Weitem schlechter aus als es ist - zum Fußpunkt der nächsten langen Verschneidung. Diese 2 SL gutmütig hinauf bis an ihr Ende. Jetzt wird's spannend: 20 m weiter links schon wieder eine Verschneidung, dort drüben steht ein Steinmann. Erich folgt jedoch Peterkas Rat:
„Steil und ausgesetzt empor, und sobald der Plattenschuss noch steiler wird, ausgesetzter Quergang nach links ... “. -
Auf den Quergang (bandartige Leiste) trifft man nach gut 40 m. Wenn man Glück hat, stößt man auf einen Zwischenhaken, von Weitem aber sind die Dinger - wie so oft in den Lienzer Dolomiten - kaum auszumachen. Mobile Sicherungsmittel sind nicht einfach anzubringen, im Quergang eventuell ein Keil und ein Friend Gr. 2. All das und natürlich die Dimension der Wand überhaupt verleihen der klettertechnisch nicht allzu schwierigen Route insgesamt doch einen gewissen Ernst, den man nicht unterschätzen sollte. Man halte sich immer mögliche gewaltige Sturzhöhen in selbst gebastelte Stände vor Augen.
Die Querung stößt an die von unten kommende, seichte Verschneidung; einige Meter weiter oben erreicht man links der Kante eine alte, halb eingeschlagene Rostgurke, rechts gleich ums Eck stecken aber zwei neuzeitlicher Geschlagene. Hier verkürzt Peterkas Beschreibung - bis hinauf zum Rand der Wandschlucht sind's noch immer etwa zwei Seillängen, aber schon wesentlich einfacher.
Jetzt steigt das Tempo wieder beträchtlich: erst am Rücken, später am inneren Rand der Schluchtbegrenzung nicht zu weit hinauf. Wo eine Rippe die Schlucht teilt, führt ein kurzes, zierliches Schuttsteigerl (rote Aufschrift „Wbuch“ mit Pfeil) um die Rippenkante, dahinter ein paar Meter hinunter in den schneegefüllten linken Schluchtast; jenseits ein kurzer, höhlenartiger Risskamin - die einzige Schwachstelle der Schluchtwand. In der Höhle die Buchkassette, der Durchschlupf ist wieder leichter als gedacht, oberhalb Band mit Steinmännern.
Günstiger als vermutet ist auch die verbleibende Gipfelwand zu haben. Wir verlassen das Band (gerade weiter als Fluchtweg hinaus zur Nordostschulter) bald rechts hinauf und können uns beinahe nach Belieben über ausgesetztere Rippen oder eingeschnittene Schluchtkamine emporarbeiten zum Gipfelkreuz.

Der markierte Abstieg hinunter ins Drautal zieht sich dann noch ganz schön, falls man nicht schon unten in den Gasthäusern der Unholdenalm bei einem holden Blonden oder Weißen hängen bleibt.
Auch Wanderer sitzen hier im Paradies: Der berühmte Dreitörlweg hinüber zur Karlsbader Hütte ist eine Paradetour der Lienzer Dolomiten. 

 noch im Mondlicht vor Tagesanbruch steigen wir den Lavanter Graben hinaufdie entscheidenden Etappen, soweit sie vom Einstieg aus zu sehen sinddie freundlichen Einstiegsschrofen mit ihren vereinzelten roten Punkten (beispielsweise rechts unterhalb von Ulli) ...... leiten bald hinauf in die versteckte Rinne; auch hier meist guter Felsoben an den Begrenzungsfelsen vor dem Schluchtgraben nicht dem begrünten, überdachten Band folgen, sondern vorher links hinausvom Schrofenkamm geht's links hinein ...... in die Schlucht unter dem 1. Schneefleckvorbei an abenteuerlichen Eisgebilden ...... suchen wir unseren Weg ans LichtAusstieg aus dem Randklüftelabyrinth am oberen Rand des 1. Schneeflecks, gegenüber das Keilspitzmassivam folgenden Bändersystem quert man längere Zeit nach Osten ...... bis unter den 2. Schneefleck, von dem heuer nichts mehr zu sehen ist; rechts oberhalb Ullis Helm die aufsteilenden Fluchten der Ellerplattedas Eck, an dem sich die Wege scheiden: in Ullis Blickrichtung die Querung ins Rinnensystem der Originalroute der Erstbegeher, gerade hoch die geniale Variante Rudi Ellersim schmalen Plattenstreifen der rechten Bildhälfte der gewundene, schützengrabenartige Kamin, der uns auf Höhe des nächsten Aufbaus nach  links ...... in die Wandbucht mit der weißen Platte entlässt; Ulli ist schon höher als sie müsste - dort oben befindet sich ein Stand mit 2 Schlaghaken, offenbar für eine neuere Variante? - In der Folge quert Ulli auf uns zu ...... und steigt durch den kurzen überhängenden Winkel aus ...... zum Beginn der langen Verschneidungnur im oberen Teil erreicht sie den satten 3. Gradam Stand am Ende der Verschneidung, einem kleinen kanzelartigen Absatz; Erich klettert gut 40 m gerade hinauf, bis sich die Riesenplatte noch weiter aufsteilt und eine bandartige Leiste die Verschneidung links erreichen lässt, diese Seillänge ist die moralisch anspruchsvollste der gesamten Tour, weil Zwischensicherungen schwer zu finden oder zu legen sinddrei Seillängen weiter oben steigt Ulli aus der Ellerplatte - schon oberhalb des 3. Schneeflecksweiter hinauf auf einer schmalen Trennungsrippe rechts der Schlucht; weiter oben verlassen wir den Originalweg und klettern ...... von der Rippe wenige Meter hinunter in die Schlucht und durch den Höhlenschlund (Wandbuch) hinaus aufs Fluchtwegbandvon dort sucht man sich seine kreative Privatvariante durch die restlichen 300 Höhenmeter der Gipfelwandnicht zu fassen - das Kreuzleicht gezeichnet, aber glücklichPanorama vom Hochstadel gegen Westen; durch dieses Gipfelgewirr führt der berühmte Dreitörlweg zur Karlsbader Hütte hinüberim NW reicht der Blick vom höchsten Berg der Gailtaler Alpen bis zur Sonnenstadt Lienzim NO Freiung (s. Archiv), Drautal, der Auslauf der Kreuzeckgruppe und zuletzt die GoldbergeAbstieg am Ostkamm gegen das Drautalhinter den herausfordernden Zacken der Unholden die höchsten Berge der Schobergruppebeim Hochstadelhaus ist etwa Halbzeit bis ins Talder kürzeste Weg zurück zum Auto führt über den aussichtsreichen, sehr steilen Zabarotsteig (A/B), der in seiner Anlage an den Wasserfallweg im Gesäuse erinnertein langer Tag; Tiefblick auf die Drau
(01.08.2018)

Literatur: Messini: Osttirol. Alpinklettern, Klettergärten und Klettersteige. Mailand: Edizioni Versante Sud 2018.
Zlöbl: Klettern in den Lienzer Dolomiten. Tristach: Bookz 2013.
Peterka/End: AV-Führer Lienzer Dolomiten. München: Rother; leider längst vergriffen, manchmal noch in Antiquariaten oder im Internet zu finden.
Stocker: Longlines. Köngen: Panico Alpinverlag 2014. Behandelt nur den NW-Pfeiler, bis zum 1. Schneefeld aber mit unserer Nordwand ident - brauchbares Topo für den Zustieg.

Kumpfkogel, „Waldgeisterweg“ (Lavanttaler Alpen, Koralpe)

Kumpfkogel, 1554 m. „Waldgeisterweg“, 6 (5 A0)

18 Seillängen im Märchenwald.

Lavanttaler Alpen, Koralpe, Weinebene, Glashütten, Steiermark. Zustieg knapp 50 Hm + 18 Seillängen (250 Hm/400 Klettermeter).

P Gasthof Almwirt, 1280 m (L619 17 km westl. von Deutschlandsberg, 30 östl. von Wolfsberg im Lavanttal) – Wanderweg 17 gegen Osten (Richtung Osterwitz) – SO-Flanke „Waldgeisterweg“ Kumpfkogel. – Abstieg W-Kamm/SW-Flanke – P.

ÜbersichtKarte; die kurzen blauen Strecken bilden die Lage der vier aneinandergereihten Klettersporne abder Kumpfkogel ist ein unbedeutender Seitenkamm-Ausläufer der Koralpe, die kletterbaren Sporne in seiner Südostflanke sind aus der Ferne kaum auszumachen

Man möchte meinen, dass man in den weiten Märchenwäldern der Koralpe bestenfalls auf Bäume klettern kann. Weit gefehlt - hier gelang im Jahr 2004 einem beherzten steirischen AlpinistInnentrio (eine Dame, zwei Herren) eine ausgefallene, eigenwillige Schöpfung. Der Waldgeisterweg muss vielleicht nicht zum Traumziel verwöhnter Genusskletterer avancieren. Ambitionierten Abenteurern jedoch, welche der eine oder andere umgestürzte Baum in der Route nicht gleich aus der Balance bringt und die sich nicht davor scheuen, hin und wieder ein paar nützliche Griffe und Tritte von Moos und Nadeln zu befreien, wird dieser Kletter-/Wandertag mit Sicherheit lang im Gedächtnis bleiben.
Durch die Aneinanderreihung von vier steilen, mauerartigen Spornen aus Gneis-Glimmerschiefer, die aus der Ferne kaum auszumachen sind, werden wir nach einem nicht nennenswertem Zustieg mit sage und schreibe 18 Seillängen beinahe plaisirmäßiger Kletterei beschenkt. Auf den ersten drei Abschnitten steht jede Seillänge (jeweils 20-30 m) quasi separat für sich, beliebige Kombinationsmöglichkeiten und bequeme Standplätze - häufig auf ebenem Waldboden - machen diese Zwergenburgen auch für kletterbegeisterte Familien interessant. Ernster wird es dann am sehr steilen vierten Sporn, der direkt auf der gemütlichen Gipfelkuppe des Kumpfkogel endet.
Insgesamt eine bemerkenswerte Tour mit Seillängen in allen Schwierigkeitsgraden (in einem halben Dutzend bis gegen 5+, zweimal 6) in einem hochromantischen Ambiente wie hinter den Sieben Bergen.

Der eineiige Zwilling zu dieser außergewöhnlichen Tour findet sich übrigens über dem fernen Ufer der schönen blauen Donau: Der Wachauer Grat bei Dürnstein mit 16 Seillängen.
In ähnlicher Weise kann man sich übrigens auf Sizilien an einem Drachenrücken aus Kalk vergnügen: am Dorsale del Drago hoch über dem Meer.

Ausgangspunkt der Tour ist der Gasthof Almwirt knapp oberhalb der Weineben-Landesstraße bei Glashüttenschon der kurze, harmlose Zustieg steckt voller Überraschungenein kleiner Steinmann und ein gelbes Taferl mit der Notrufnummer der Bergrettung markieren die Abzweigung zum Einstieg; die ersten Felsen sind von hier bereits sichtbar (nicht zu weit rechts)Ulli am Einstieg; bei morgendlicher Feuchte wirkt ...... der moosige Einstiegsriss nicht besonders einladend, noch dazu steckt der zweite Haken ziemlich weit oben; im Zweifelsfall lässt sich die erste Seillänge mit wenigen Schritten links umgehenauch die folgenden Längen präsentieren sich wie eine Reihe von Zwergenburgen; die zweite SL entlang der Kante ...... bietet - wie die allermeisten folgenden - gut abgesicherte Genussklettereivom Gipfel des zweiten Turms ...... wird kurzerhand abgeseilt, weiter geht's an der nächsten Kante gleich links daneben; überall dort, wo geklettert wird, hält sich der Moosbewuchs in Grenzensämtliche Standplätze der Route sind luxuriös; hier der 5. Stand am Ende des ersten Sporns, es folgt ein kurzer Schrägabstieg orographisch rechts ...... zur 6. SL, deren überhängende Kante zurzeit von einem umgestürzten Baum leicht blockiert wird; Ullis Kommentar: „nature-classic“auch in der 7. SL, einer moosigen Plattenflucht, ...... ist der Bewuchs entlang der Hakenreihe nicht wirklich störend; weiter oben, wo genügend Sonne auf die Felsen trifft, verschwindet er ohnehinhinterm 7. Stand wieder eine kurze Gehstrecke, die nächsten Felsen ganz rechts oben, ...... wo uns in der 8. SL in einer 4+-Verschneidung wieder ein umgestürzter Totholzstamm in die Quere kommtnach einem neuerlichen Schrägabstieg geht es an die dritte Rippe, ...... welche uns mit einer überhängenden Kante (5) empfängtBlick vom nächsten Stand zur 10. SL mit zwei grundverschiedenen Aufaben: am Turmfuß ...... eine kurze Verschneidung (4-), und als deren Fortsetzung ...... ein schöner Riss (6-), der entgegen der Führerbeschreibung gar nicht mehr brüchig istam Ende des dritten Sporns, in der 12. SL, wartet zur Abwechslung ein schöner Spreitzkamin, ...... welcher oben nach rechts verlassen wird; vom letzten Stand dieser Etappe gerade den Wald hinauf, ...... bis man auf einen querlaufenden markierten Wanderweg stößt; 80 m hinter dem Zaun beginnt der Weg zu fallen; dort nur leicht ansteigend noch einmal 30 m weiter ...... zum Fußpunkt des vierten Sporns, der mit gestaffelten Dächern ansetzt; die Route führt nicht direkt darüber hinweg, ...... sondern knapp links der Kante über die glatte Wand hinauf (Schlüsselseillänge, 35 m)am Stand auf kleinem Absatz zwei Klebehaken und Blick in Richtung Gr. Speikkogel, mit 2140 m höchster Gipfel der Koralpe; von hier schräg hinaus in leichteres Gelände, ...links... nicht unbedingt wie Ulli gerade über den Überhang auf den Gipfel des „Kumpf“, der markantesten Formation am gleichnamigen Kogel (sonst muss man wieder abklettern)aber wir sind noch nicht am Gipfel: nach einer gemütlicheren 20-m-Platte geht es in der 16.SL noch einmal zur Sache - eine 45-m-Länge durch eine feine Steilwand (5+)in der 17. SL endlich kommen wir „ins Freie“ - über schöne Platten im 4. Grad auf die Kantekurz unterm vorletzten Stand; links unten das Bergdorf Glashütten mit seinem frei zugänglichen Geoparkvom Stand noch ein letzter Spaziergang von 20 m ...... zur kurzen 18. SL, wo Erich soeben mit Baumhilfe einen lästigen Überhang ausgetrixt hat (4+)zufriedene Ulli auf dem Gipfel des Kumpfkogelproblemloser Abstieg über Steigspuren am WNW-Kamm auf eine große Lichtung und am markierten Wanderweg zurück zum Almwirt
(16.04.2025)

Literatur: Grabner/Schall/Hohensinner: Grazer Bergland Kletterführer. Alland: Schall Verlag 2021.

  1. Kugelstein, O-Wand „Henkelgalerie“ (Grazer Bergland)
  2. Rote Wand, SO-Wand „Waschrumpel“ (Grazer Bergland)
  3. Laserzwand, Kl., W-Grat „Bügeleisenkante“ (Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten)
  4. Prijakt, Niederer, W-Grat (Schobergruppe)
© 2026 Ulli & Erich Haderer | nature-classic@gmx.at
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