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Archiv Klettern

Die Gipfel bzw. Klettergebiete sind alphabetisch aufgelistet, über die Suche kannst du deine Wünsche gezielt ansteuern. Leichte Klettereien bis zum 3. Schwierigkeitsgrad finden sich auch im Archiv Bergsteigen.

Kerschbaumer Törlspitz, Überschreitung (Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten)

Kerschbaumer Törlspitz, 2389 m

Überschreitung Nordwestgrat (4+) – Südostgrat (B/C).

Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten, Tristach bei Lienz, Osttirol. Aufstieg 900 Hm, davon Zustieg ca. 800 Hm + 9 Seillängen (gut 100 Hm).

P Lienzer-Dolomiten-Hütte (Mautstraße von Lienz/Tristach, Tagesmaut 9 €) – Forststraße/Steig Richtung Karlsbader Hütte zum Marcher-Gedenkstein - Kerschbaumertörl – Nordwestgrat – Abstieg Südostgrat (Klettersteig B/C) – Gaißschartl - Kerschbaumertörl - Marcherstein - Lienzer-Dolomiten-Hütte.

ÜbersichtKarteKerschbaumer Törlspitz in den zentralen Lienzer Dolomiten von Ostenvom Marcherstein in der Laserz steigen wir hinauf zum Kerschbaumertörl (rechts) und überschreiten den Spitz über seine beiden Grate; in Bildmitte die ebenfalls häufiger begangene, etwas schwierigere Nordostwand, links hinten der SimonskopfBlick von der Kl. Gamswiesenspitze aufs Törl und zu unserer Gratkante, links davon erkennt man die Karlsbader Hütte

Kurzweilige, nicht allzu schwierige Kletterei im Nahbereich von Karlsbader Hütte oder Kerschbaumer Alm. Im unteren Teil oft etwas Schuttauflage, dafür aber vom Lienzer Gebirgsjägerbataillon 24 vergleichsweise gut abgesichert. Insgesamt eine lohnende Halbtagesunternehmung mit permanent toller Aussicht, luftigen Schlüsselstellen und einem besonders hübschen, einfachen Gipfelgrat. Abstieg am versicherten Südostgrat; wer noch mehr Seillängen möchte, klettert zuvor die etwas längere und schwierigere Nordostwand (5, 10 SL) oder hängt den Madonnenklettersteig über die benachbarten Gamswiesenspitzen an.

Blick vom Kerschbaumertörl auf die östliche Begrenzung der Laserz von der Gr. Laserzwand bis zu den beiden Sandspitzen (s. Archiv)wir wenden uns aber gegen Süden dem Kerschbaumer Ödkar zu ...... und steigen schon nach wenigen Schritten über eine kurze Grasrampe links hinauf ...... zum Einstieg im zweiten Schartl hinter einem Felsturm; Erich bereits am Stand nach der ersten Seillängedie erste Seillänge (2) perfekt zum Warmklettern; im Hintergrund die Kerschbaumeralm mit dem Kreuzkofelweiter geht's an steiler Kante, danach etwas schrofig mit gelegentlicher Schotterauflage, was sich nach oben hin aber bessertauf der 15m-Schulter der 4. Seillänge, dahinter die Gamswiesenspitzenin der 5. Seillänge beginnen die Hauptschwierigkeiten, ...... am Ende der 5. Länge erreicht man wieder ein flaches Gratstück, ...... der Stand ganz oben nach der Nische (ausnahmsweise 2 Klebehaken); Ulli taucht gerade ...... von links am Spitz in Bildmitte auf - Halbzeit am Grat; am folgenden Aufschwung die SchlüsselstelleErich lugt vom 7. Stand zurück auf den horizontalen 10m-Quergang mit luftigem Spreizschritt; anschließend weiter gerade den Riss hinauf ...... und oben auf einer kleinen Rampe nach links ...... auf den scharfen Gipfelgratder ist bei geringer Schwierigkeit (2) ein besonderes Schmankerl; Erich bereits am Gipfel, ...... wo man knapp hinterm eleganten Steinmann den letzten Klebehaken der Gebirgsjäger findet; schöner Blick auf Karlsbader Hütte und LaserzseeRückblick auf die letzte Seillänge, auch Ulli ...... freut sich über die schöne TourGipfelblick gegen Südost zum Hauptkamm; durchs „Mohammedanerkar“ führt eine der schönsten Abfahrten der Lienzer Dolomiten (s. Archiv Schitouren unter Leitmeritzer Spitze)der Abstieg über den Südostgrat ist klettersteigmäßig abgesichert, ...... was angesichts der Steilheit ...... sehr zeitsparend ...... und willkommen istvon einem kurzen Grasband ...... gönnen wir uns einen letzten Blick ins Mohammedanerkardas letzte Steilstück ins Gaißschartl, von wo wir am bezeichneten Wanderweg in 10 Minuten ins Kerschbaumertörl zurücklaufen
(22.08.2026)

Literatur: Messini: Osttirol. Alpinklettern, Klettergärten und Klettersteige. Mailand: Versante Sud 2019.
Zlöbl: Klettern in den Lienzer Dolomiten. Tristach: Bookz 2013.

Gamswiesenspitze, Kl., Untere Gamsplatte/obere NO-Kante (Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten)

Kl. Gamswiesenspitze, 2454 m. Untere Gamsplatte/obere NO-Kante, 4+

Klassische und moderne Spuren auf einen pikanten Kletterzapfen.

Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten, Tristach bei Lienz, Osttirol. Aufstieg 900 Hm, davon Zustieg ca. 600 Hm + 7 Seillängen (knapp 300 Hm).

P Lienzer-Dolomiten-Hütte (Mautstraße von Lienz/Tristach, Tagesmaut 9 €) - Insteinhütte - Marcher-Gedenkstein - Gamswiesensandte - Kombination Untere Gamsplatte (4 SL)/Obere NO-Kante (3 SL) auf den Ostgipfel - Abstieg über den versicherten SO-Grat (Normalweg) - Kerschbaumertörl - Steig Richtung Karlsbader Hütte - Gedenkstein - Lienzer-Dolomiten-Hütte.

ÜbersichtKarteunsere Klettertour mit dem Abstieg übers Kerschbaumertörl von NO (aus der Bügeleisenkante)morgens in der Laserz, links die Kleine Gamswiesenspitze; wir klettern über den mittleren der drei schmalen Plattenstreifender Ostgipfel der Kleinen von der Großen Gamswiesenspitze; der linke Rand des schmalen, aufgestellten Plattenrechtecks ist die klassische NO-Kante, durch die rechte Hälfte verläuft die moderne „Gamsplatte“

Unsere elegante Kombination steht von den Kletterschwierigkeiten her etwa in der Mitte zwischen zwei weiteren Topklassikern im Laserzkessel, der leichteren, dafür längeren Bügeleisenkante und dem Neoklassiker Laserzgeischt. Der Spurwechsel auf halber Höhe ist kein Sakrileg: Im Jahr 1939 haben die Erstbegeher (Thaler/Leinweber) die Nordostkante auf halber Höhe verlassen und gleich rechts daneben in der Direkten Nordostwand weitergemacht. Die berauschend schöne obere Kante wurde nachträglich von Lienzer Kletterern ergänzt. Den direkten Einstieg für die Nordostwand - und damit die Gamsplatte in der heutigen Form - schufen Zambra und Ekardt erst im Jahr 2005. In den kompakten Schilden sind die Haken - wie in den Lienzer Dolomiten so oft - ziemlich weit gesetzt und manchmal schwer auszumachen. - Insgesamt ein gelungener Mix aus zwei Lieblingsmustern jedes Kletterers: im ersten Akt spannendes Plattenschleichen und als Finale ein klassischer Schiffsbug à la Roggalkante im Lechquellengebirge.
Eine weitere nette Unternehmung in unmittelbarer Nachbarschaft auf gleichem Schwierigkeitsniveau ist die Überschreitung des Kerschbaumer Törlspitz. Für Klettersteiggeher gehört die Überschreitung beider Gamswiesenspitzen über den „Madonnenklettersteig“ zum Pflichtprogramm.

 beim Marcherstein (darüber Seekofel und Teplitzer Spitze) verlassen wir die Straße und halten uns rechts hinunter ...... zur Gamswiesensandteam Einstieg zur GamsplatteErich in der 1. SeillängeUlli vor dem 1. Standhomogene Kletterei auch in der 3. Seillängeauf dem großen Absatz in Wandmitte überkreuzen sich die beiden Anstiege: rechts hinüber die Fortsetzung der Gamsplatte (ehemals Direkte Nordostwand), gerade hinauf die obere Nordostkante, der wir folgengleich zu Beginn der 5. Seillänge eine nette Verschneidungdie Kante schaut so einladend herunter, ...... dass man es kaum erwarten kann an ihr hinaufzuturnenauch das kleine Kantendach lässt sich spielerisch überwindenUlli im obersten Kantenteil ...... und am AusstiegGipfelblick nach Osten auf Sandspitzenkamm (s. Archiv Bergsteigen) und Karlsbader Hüttegleich gegenüber die Große Gamswiesenspitzeim Westen die weitläufige Kerschbaumeralm; Weittalspitze und Kreuzkofel im Archiv Bergsteigenim Süden der stolze Simonskopf, dessen Ostwand tatsächlich mit Snowboards befahren wurdeüber den versicherten Normalweg geht's ins Kerschbaumertörl hinunter
(03.08.2018)

Literatur: Messini: Osttirol. Alpinklettern, Klettergärten und Klettersteige. Mailand: Edizioni Versante Sud 2018.
Zlöbl: Klettern in den Lienzer Dolomiten. Tristach: Bookz 2013.

Laserzwand, Kl., W-Grat „Bügeleisenkante“ (Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten)

Kl. Laserzwand, 2568 m. W-Kante („Bügeleisenkante“) 3+ -
Gr. Laserzwand, 2614m - Schöttnerspitze, 2633 m

Ein zahmer Klassiker in den Lienzer Dolomiten.

Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten, Tristach bei Lienz, Osttirol. Aufstieg gesamt 1200 Hm, davon Zustieg ca. 750 Hm + gut 1 Dutzend Seillängen (Kantenhöhe 325 Hm).
P Lienzer Dolomiten Hütte (Mautstraße von Lienz/Tristach, Tagesmaut 9 €) - Rudi Eller Steig: N-Flanke auf den Weißstein - Weißsteinsattel- und -alm - NW-Kamm Auerlingköpfl - Ü Bromachnocke - Zellinschartl - Hohes Törl (zuvor kann man als Draufgabe die Piccola Ferrata (B/C) über die Zellinköpfe mitnehmen, 80 Hm, 200 Klettermeter) - kurzer Abstieg zum Einstieg (Tafel) der Bügeleisenkante - Ausstieg beim Laserzwandsattel - Kl. Laserzwand - Ü Gr. Laserzwand - Ü Schöttnerspitze - Abstieg kurze S-Flanke zum Laserzwandsattel - Steig zur Karlsbader Hütte - Insteinhütte - Lienzer Dolomiten Hütte.

ÜbersichtKartedie Bügeleisenkante erscheint vom Aufstieg zur Karlsbader Hütte tatsächlich nur als Grat

Hubert Peterka bezeichnet sie im legendären, längst vergriffenen AV-Führer als beliebteste Kletterfahrt im Bereiche der Karlsbader Hütte.
Sie ist Jahrzehnte berühmt als ideale Kletterei, ist es noch heute. Dieses Lob stammt von Walter Pause, dem Ahnherrn der alpinen „Best-of“-Literatur.
Auf die Bügeleisenkante, also den Westgrat auf die Kleine Laserzwand, haben wir uns kurz entschlossen als Ausweichziel eingeschworen - aufgrund der herrschenden Gewitterneigung wollten wir dem benachbarten Laserzgeischt keine Gelegenheit zum Spuken geben. Rückblickend gesehen gibt es an dieser Entscheidung nichts zu bedauern: Einem abwechslungsreichen Zustieg mit Klettersteigoption folgt ein wirklich empfehlenswerter Hauptgang in beststrukturiertem, kletterfreundlichem Fels. Von den 62 im Jahr 1970 angebrachten „Theniushaken“ - eine Besonderheit der Lienzer Dolomiten - sind noch jede Menge erhalten. Dazwischen finden sich oft mehr als ausreichend Bohrhaken und Kettenstände, sodass auf dem architektonisch durchwegs ansprechenden Grat eigentlich nur reine Freude aufkommen kann. Als Nachspeise hinter dem Laserzwandsattel bietet sich wieder eine ganze Palette von Möglichkeiten: eine der kurzen, aber feinen Anschlusstouren auf den Roten Turm, der lange Klettersteig bis über die Sandspitzen oder eben nur der kurze Abstecher hinüber auf die Gr. Laserzwand und die Schöttnerspitze.

frühmorgens auf der Weißsteinalm; im Westen der fünftürmige Spitzkofel-Nordgrat, das obere Drautal und die Villgratner Bergeim Süden das beeindruckende Hufeisen der Laserzam Fuß der berühmten Nordwand führt der teils versicherte Rudi Eller Steig hinauf ins Hohe Törl; nicht weit dahinter wartet die Kantedie Zellinscharte hinter dem Auerlingköpfl (s. auch Archiv Schitouren)nach der Scharte leitet eine versicherte Verschneidung hinauf ...... zu jener breiten Rampe, die im Hohen Törl gipfelt; Blick von den Zellinköpfen, deren kurzweilige Überschreitung auf der „Piccola Ferrata“ als Variante des Rudi Eller Wegs zu empfehlen istauf dem Hohen Törl, Blick übers Lienzer Becken nach NOauf der anderen Seite nur wenige Schritte abwärts ...... stehen wir unvermittelt vor dem Ziel (die runde Kante rechts der Bildmitte)nicht zu übersehen die gelbe Einstiegstafeldie 2. Seillänge; Erich erreicht nach dem Quergang soeben den Stand auf der Abbruchkante zur WestschluchtUlli im Quergang; am Einstieg versammeln sich die nächsten Aspirantenneben den vielen legendären Theniushaken, welche die Verwendung von Expressschlingen überflüssig machen sollten, ist genügend modernes Material vorhandendie griffige 3. Seillänge führt aus der schattigen Westschlucht ...... auf die Kantenschneide hinaus; hinter Ullis Rucksack ein Kletterer am 1. Stand der Route „Laserzgeischt“, 6, durch die SW-Wand der Gr. LaserzwandGegenschuss auf die Szene vom 3. Stand des „Laserzgeischt“ gleich gegenüberBlick von der Kante gegen SW in die Laserzetwas weiter oben quert man noch einmal einen großen Gratturm in der Nordseite und betritt mittels Spreizschritt abermals die Kante - ...... vom 5. Stand des „Laserzgeischt“ schaut das so ausin der Folge wird die Kante dann bis zum Ausstieg nicht mehr verlassenbei solchen Bildern drängen sich Erinnerungen an die etwas schärfere Roggalkante im vorarlberger Lechquellengebirge auf (s. Archiv)über einem deutlichen Absatz bäumt sich wie eine 100 m hohe Säule ...... der letzte Akt der Bügeleisenkante aufAusstieg kurz unterm LaserzwandsattelGipfelblick gegen Osten; ab dem Laserzkopf führt der „Panorama-Klettersteig“ (C) über alle Zacken hinweg bis auf die Sandspitzen (s. Archiv Bergsteigen) ...... und hinunter zum Laserzseedie Karlsbader Hütte - ein Stützpunkt für viele Klettereien der Sonderklassegegenüber im Norden - getrennt durch die gewaltige Westschlucht - die Gr. LaserzwandBlick von der Großen Laserzwand gegen Westenim NW die Gabel der beiden wichtigsten Flüsse Osttirolsim Norden das breite Gipfelmeer der SchobergruppeDetail zentrale Schobergruppe mit dem höchsten Berg Österreichs im Hintergrundwir treten langsam den Heimweg an, nicht ohne vorher noch der Schöttnerspitze (kleines Hörndl vor dem Roten Turm über Ulli) einen Kurzbesuch abzustattender für heute höchste Punkt ist mit geringem Aufwand zu erreichenUlli hat wieder einmal ihre Privatvariante gefunden, der Kletterer über ihr ist 75 und hat vor drei Jahren zusammen mit zwei Kollegen ...... das Gipfelkreuz auf der Schöttnerspitze errichtetAbstieg zur Karlsbader Hüttevon der Hütte wandern wir durch die Laserz zurück ...... in Richtung Lienzer Dolomiten Hütte; ein letzter Blick auf die Bügeleisenkante genau in Bildmitte
(20.08.2016)

Literatur: Messini: Osttirol. Alpinklettern, Klettergärten und Klettersteige. Mailand: Edizioni Versante Sud 2018.
Zlöbl: Klettern in den Lienzer Dolomiten. Tristach: Bookz 2013.
Tourismusverband Lienzer Dolomiten: Klettersteige & Plaisirrouten. Tristach: Zlöbl.
Peterka/End: Alpenvereinsführer Lienzer Dolomiten. München: Rother 1984 (vergriffen)

Laserzwand, Gr., SW-Wand „Laserzgeischt“ (Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten)

Gr. Laserzwand, 2614m. SW-Wand „Laserzgeischt“, 6

Moderner Klassiker durch eine berühmte Mauer der Lienzer Dolomiten.

Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten, Tristach bei Lienz, Osttirol. Aufstieg 1000 Hm, davon Zustieg ca. 600 Hm + 10 (11) Seillängen (400 Hm).
P Lienzer Dolomiten Hütte (Mautstraße von Lienz/Tristach, Tagesmaut 9 €) - entweder Rudi Eller Steig über Zellinschartl und Hohes Törl (kürzer) oder Insteinhütte - Gedenkstein - Rudi Eller Steig von hinten (schneller) zum Einstieg - Laserzgeischt, event. in Kombination mit der Direkten SW-Wand - W-Grat Gr. Laserzwand - Abstieg zum Laserzwandsattel - Steig zur Karlsbader Hütte - Lienzer Dolomiten Hütte.

ÜbersichtKartedie Laserzwände vom Aufstieg zur Karlsbader Hütte; der Laserzwand-Klettersteig mit seiner Fortsetzung bis auf den höchsten Gipfel der Lienzer Dolomiten im Archiv Bergsteigen unter Sandspitze

Der Laserzkessel in den Lienzer Dolomiten ist eine kleine Kletterwelt für sich, mit ganz speziellem Gepräge und eigener Geschichte - ähnlich etwa dem Haindlkar im Gesäuse. Als perfekte Einstiegsdroge in die Lienzer Kletterarena hat sich die fantastische Bügeleisenkante auf die Kleine Laserzwand seit Generationen bewährt, gleich gegenüber - jenseits der wilden, bereits 1899 von L. Patéra erstmals durchkletterten Westschlucht - zieht die um drei Grade schwierigere, moderne Linie des Laserzgeischt (2006) kompromisslos durch die steile Plattenflucht der großen Schwester. Die Tour ist als Gesamtkunstwerk nicht zu unterschätzen: Bewertung zutreffend, nicht überbohrt, wenn man keine Keile oder mittlere Friends mitführt, muss man mit sehr langen Runouts im 4. Grad rechnen; zudem ist die richtige Linie für Zugereiste aufgrund der Routendichte manchmal nicht ganz einfach zu finden. Vom Ende der leichten Schrofenlänge in Wandmitte (Schlaghaken mit Schlinge) quert man fast horizontal nach rechts bis 10 m vor den Südwandturm, dort findet man 2 gebohrte Standhaken. Von hier ganz hinauf in den hintersten Winkel, kurz vor den ersten Klemmblöcken der Notausstiegsschlucht - am Fuß des markanten Risses (Direkter SW-Wand-Ausstieg) - geht's weiter. Im Banne dieses superalpinen 50-Meter-Risses vergessen wir glatt aufs Ausqueren und beamen uns erst oben vom 2. Rissstand mittels 5-Meter-Quergang (6-) in die 8. Seillänge des Laserzgeischt zurück. Dieser unfreiwillige „Verhauer“ bescherte uns innerhalb weniger Minuten tatsächlich einen unerwarteten alpinhistorisch/klettertechnischen Zeitsprung von 50 Jahren - „alle Varianten des richtigen Lebens auf engstem Raum“. Zur Nachahmung empfohlen!

Morgenstimmung oberhalb der Lienzer-Dolomiten-Hütte; links die Gr. Laserzwand, rechts hinten die Teplitzer SpitzeRoutenverlauf LaserzgeischtRudi-Eller-Weg gegen SW; am besten schon herunten die Gurte anlegen, oben am Einstieg ist wenig PlatzBlick vom 3. Stand der Bügeleisenkante hinüber auf unsere Route; der Kletterer im orangen Ring befindet sich in Rufweite am 1. Stand des Laserzgeischtfür die erste Seillänge brauchen viele Kletterer erstaunlich lange, in der zweiten wuseln wir zwischen gleich drei Routen herum, danach wird's für uns eindeutig: Ulli kommt die bequeme dritte Seillänge nachBlick vom 3. Stand hinüber auf die Bügeleisenkante, wo gerade zwei Damen unterwegs sindErich in den herrlichen Platten der 4. SLauch die fünfte Länge bietet wunderschöne Klettereiam Einstieg zum oberen Wandteil; der Laserzgeischt benützt kurz die alte Linie des Direkten SW-Wand-Ausstiegs, ...... der nach den ersten paar eher mäßigen Metern ...... sich zum wunderschönen Alpinriss klassischer Prägung entwickelt; Ulli kurz vor dem 7. Stand, der Geischt steigt schon etwas weiter unten links in die Platten hinüber; ganz hinten der Spitzkofel mit seinen Nordgrattürmenvom 8. Stand der Direkten schleichen wir mit wenigen Zügen horizontal nach rechts in die teilweise leicht überhängenden Platten des Laserzgeischt zurück und können so das Wechselbad zwischen den Kletteridealen des 20. und 21. Jahrhunderts voll auskostennach zwei leichteren, großteils selbst abzusichernden  Längen steigen wir am Westgrat aus, über den wir in kurzer Zeit ...... den Gipfel der Gr. Laserzwand erreichen; das Gipfelpanorama findet ihr im Bericht zur BügeleisenkanteTiefblick von der benachbarten Schöttnerspitze auf Laserzsee und Karlsbader Hütte
(15.08.2017)

Literatur: Messini: Osttirol. Alpinklettern, Klettergärten und Klettersteige. Mailand: Edizioni Versante Sud 2018.
Zlöbl: Klettern in den Lienzer Dolomiten. Tristach: Bookz 2013.

Schlaiten, AV-Familienklettergarten (Iseltal, Osttirol)

Schlaiten, AV-Familienklettergarten, 3 – 6c

Klettervergnügen in Flussnähe.

Iseltal, Schlaiten, Osttirol.

P auf der Westseite der Schlaitner Brücke über die Isel (gut 1 km nw. von Ainet, 8 km nw. von Lienz) – Forststraße direkt am Flussufer (Teilstück des Iseltrails) 1,5 km gegen Nordwest, der Klettergarten liegt wenige Schritte links des Weges. Eine Zufahrt auf teils unbefestigten Wegen über Schlaiten/Mesnerweg ist umständlich und wird nicht gerne gesehen.

ÜbersichtKarteder Familienklettergarten Schlaiten knapp 10 km nordwestl. von Lienz in Osttiroldas Topo - 12 Routen, eingerahmt von einem Klettersteig

Die AV-Sektion Lienz hat an diesem eher unscheinbaren Felsen am Fuß der Villgratner Berge einen ein kleines, familienfreundliches Klettergebiet geschaffen, welches wesentlich mehr Freude macht als es zunächst den Anschein hat. 12 Routen, von einer kurzen Anfängertour bis zu zwei heftigen Kanten im oberen 6. Franzosengrad, füllen in höchst angenehmer Weise zumindest einen halben Klettertag – oder auch einen ganzen, wenn das Unternehmen gar in ein Familienkletterpicknick à la Südfrankreich ausarten sollte. Die bis zu 20 m hohen Felsen werden überdies von einem Klettersteig eingerahmt. Bitte auf dem paradiesischen Plätzchen keinen Müll hinterlassen, wir haben vor zwei Wochen am Iseltrail allein zwischen Lienz und Matrei sechs prall gefüllte Einkaufstaschen davon eingesammelt. -
In der näheren Umgebung finden sich noch weitere Klettergebiete, etwa in der Schwarzach- und Unterpeischlacher Klamm und weiter hinten im Defereggental, die Kalser Nase oder die Prägratner Sonnenplatten im Virgental.

die kleine, aber feine Kletterwand wurde von der AV-Sektion Lienz vorbildlich saniertdie meisten Routen sind auf kreative Art gekennzeichnetan der turmartigen Struktur des südlichen Wandteils versucht sich Ulli in der anfangs mächtig überhängenden Kante des Ironman 6bErich im herrlichen Piazriss von Hulk 6a, mit tricky Ein- und Ausstiegauch im rechten Wandteil wunderschönes Urgestein: Ulli in Thanos 6aan heißen Sommertagen springt man einfach in die benachbarte Isel oder steigt eine Viertelstunde hinauf ...... zum Schlaitner Wasserfall
(19.04.2026)

  1. Kalser Nase (Granatspitzgruppe)
  2. Prägratner Sonnenplatten (Venedigergruppe)
  3. Hochstadel, N-Wand (Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten)
  4. Kumpfkogel, „Waldgeisterweg“ (Lavanttaler Alpen, Koralpe)
© 2026 Ulli & Erich Haderer | nature-classic@gmx.at
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