Wiesbauerspitze (Mullwitzkopf), 2768 m – Schinagl, 2875 m

Außergewöhnliche Landschaftsbilder entlang der „Alpenkönigroute“.

Venedigergruppe, Virgental, Prägraten, Osttirol. Aufstieg 1800 Hm.

P Ströden im hintersten Virgental, knapp 5 km westl. von Prägraten, 15 km von Matrei - Islitzer Alm - Umbalfälle - Umbaltal - bez. Steig über den Wiesenberg – Wiesbauerspitze - Hochkar – ab hier der Westteil der Alpenkönigroute: Hohe Grubenscharte (auch: Quirlscharte) – Hohe Gruben – O-Flanke/SO-Kamm zum Schinagl – Steingrube – Zunagl – Clarahütte – Umbalfälle - Ströden.

ÜbersichtKarteder erste (östliche) Teil der Tour - ab Hochkarscharte (zwischen Hochkarkopf und Quirl) folgen wir der AlpenkönigrouteTeil zwei ab Hohe Grubenscharte (ganz rechts in den Wolken) über den Schinagl mit Steilabstieg zur Clarahütte

Ein neu angelegter Steig hoch über den Umbalfällen lässt den ambitionierten Wanderer seit 2013 ohne besondere Hindernisse den einst kaum besuchten Mullwitzkopf erreichen. Dass nach dem Verkauf des Berges an einen Wiener Wurstfabrikanten sein Gipfel kurzerhand in Wiesbauerspitze umbenannt wurde – was seinerzeit zu starken Kontroversen geführt hat – bereitet uns heute nicht mehr allzu viel Kopfzerbrechen. Die Ersteigung dieses wirklich hervorragenden Aussichtspunktes ist aufgrund der ausgestochenen neuen Wegtrasse natürlich wesentlich einfacher geworden, vielen unserer ehrenamtlichen Erschließern und Wegerhaltern wäre es dennoch peinlich, am Gipfelkreuz als „große Gönner“ verewigt zu werden. Wurscht. -
Meist wird der Gipfel wieder am Anstiegsweg verlassen, wir queren aber gleich unterhalb des höchsten Punktes gegen Nordwesten ins Hochkar zwischen Ogasilspitze und Zopatkogel hinauf. Knapp unterhalb der Hochkarscharte klinken wir uns in die vereinzelten Steigspuren der Alpenkönigroute ein. Diese etwas heikle Direktverbindung von Essener-Rostocker- und Clarahütte führt durch ein landschaftliches Märchenland von Weltklasse. Die Knackpunkte lauern im westseitigen Abstieg von der Hohen Grubenscharte (viel loses, erdiges Geröll), im Aufstieg zum Schinagl (vom südlichen Seeufer steil schräg links hinauf!) und am finalen Steilabstieg zur Clarahütte ab dem Zunagl, einer Aussichtsterrasse am südwestlichen Abbruch der Steingrube. Wegfindung nicht immer einfach, teilweise Steilgelände, welches kein Ausgleiten verzeiht, bei Unsicherheit begibt man sich am besten unter die Fittiche eines Bergführers.
Als Stützpunkt ist die gut geführte Clarahütte sehr zu empfehlen, sie ist Ausgangspunkt zu zahlreichen weiteren lohnenden Unternehmungen: 15 Dreitausender wie Dreiherrenspitze, Rötspitze, Hohes Kreuz oder der Hüttenübergang zur Reichenberger Hütte (s. Archiv Rosenspitze).

 


(11.08.2026)

Literatur: Peterka: AV-Führer Venedigergruppe. München: Rother.
Zahel: Osttirol zwischen Hohen Tauern und Karnischen Alpen. 50 Touren. München: Rother Wanderbuch 2012.
Zlöbl: Die Dreitausender Osttirols. Lienz-Tristach: Verlag Grafik Zloebl 2007.

Rechtliche Informationen