Kerschbaumer Törlspitz, 2389 m

Überschreitung Nordwestgrat (4+) – Südostgrat (B/C).

Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten, Tristach bei Lienz, Osttirol. Aufstieg 900 Hm, davon Zustieg ca. 800 Hm + 9 Seillängen (gut 100 Hm).

P Lienzer-Dolomiten-Hütte (Mautstraße von Lienz/Tristach, Tagesmaut 9 €) – Forststraße/Steig Richtung Karlsbader Hütte zum Marcher-Gedenkstein - Kerschbaumertörl – Nordwestgrat – Abstieg Südostgrat (Klettersteig B/C) – Gaißschartl - Kerschbaumertörl - Marcherstein - Lienzer-Dolomiten-Hütte.

ÜbersichtKarteKerschbaumer Törlspitz in den zentralen Lienzer Dolomiten von Ostenvom Marcherstein in der Laserz steigen wir hinauf zum Kerschbaumertörl (rechts) und überschreiten den Spitz über seine beiden Grate; in Bildmitte die ebenfalls häufiger begangene, etwas schwierigere Nordostwand, links hinten der SimonskopfBlick von der Kl. Gamswiesenspitze aufs Törl und zu unserer Gratkante, links davon erkennt man die Karlsbader Hütte

Kurzweilige, nicht allzu schwierige Kletterei im Nahbereich von Karlsbader Hütte oder Kerschbaumer Alm. Im unteren Teil oft etwas Schuttauflage, dafür aber vom Lienzer Gebirgsjägerbataillon 24 vergleichsweise gut abgesichert. Insgesamt eine lohnende Halbtagesunternehmung mit permanent toller Aussicht, luftigen Schlüsselstellen und einem besonders hübschen, einfachen Gipfelgrat. Abstieg am versicherten Südostgrat; wer noch mehr Seillängen möchte, klettert zuvor die etwas längere und schwierigere Nordostwand (5, 10 SL) oder hängt den Madonnenklettersteig über die benachbarten Gamswiesenspitzen an.

Blick vom Kerschbaumertörl auf die östliche Begrenzung der Laserz von der Gr. Laserzwand bis zu den beiden Sandspitzen (s. Archiv)wir wenden uns aber gegen Süden dem Kerschbaumer Ödkar zu ...... und steigen schon nach wenigen Schritten über eine kurze Grasrampe links hinauf ...... zum Einstieg im zweiten Schartl hinter einem Felsturm; Erich bereits am Stand nach der ersten Seillängedie erste Seillänge (2) perfekt zum Warmklettern; im Hintergrund die Kerschbaumeralm mit dem Kreuzkofelweiter geht's an steiler Kante, danach etwas schrofig mit gelegentlicher Schotterauflage, was sich nach oben hin aber bessertauf der 15m-Schulter der 4. Seillänge, dahinter die Gamswiesenspitzenin der 5. Seillänge beginnen die Hauptschwierigkeiten, ...... am Ende der 5. Länge erreicht man wieder ein flaches Gratstück, ...... der Stand ganz oben nach der Nische (ausnahmsweise 2 Klebehaken); Ulli taucht gerade ...... von links am Spitz in Bildmitte auf - Halbzeit am Grat; am folgenden Aufschwung die SchlüsselstelleErich lugt vom 7. Stand zurück auf den horizontalen 10m-Quergang mit luftigem Spreizschritt; anschließend weiter gerade den Riss hinauf ...... und oben auf einer kleinen Rampe nach links ...... auf den scharfen Gipfelgratder ist bei geringer Schwierigkeit (2) ein besonderes Schmankerl; Erich bereits am Gipfel, ...... wo man knapp hinterm eleganten Steinmann den letzten Klebehaken der Gebirgsjäger findet; schöner Blick auf Karlsbader Hütte und LaserzseeRückblick auf die letzte Seillänge, auch Ulli ...... freut sich über die schöne TourGipfelblick gegen Südost zum Hauptkamm; durchs „Mohammedanerkar“ führt eine der schönsten Abfahrten der Lienzer Dolomiten (s. Archiv Schitouren unter Leitmeritzer Spitze)der Abstieg über den Südostgrat ist klettersteigmäßig abgesichert, ...... was angesichts der Steilheit ...... sehr zeitsparend ...... und willkommen istvon einem kurzen Grasband ...... gönnen wir uns einen letzten Blick ins Mohammedanerkardas letzte Steilstück ins Gaißschartl, von wo wir am bezeichneten Wanderweg in 10 Minuten ins Kerschbaumertörl zurücklaufen
(22.08.2026)

Literatur: Messini: Osttirol. Alpinklettern, Klettergärten und Klettersteige. Mailand: Versante Sud 2019.
Zlöbl: Klettern in den Lienzer Dolomiten. Tristach: Bookz 2013.

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