Alplspitze, 2296 m - Dorfberg, 2115 m
Kombitour am Finale des Gailtaler Höhenwegs.
Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten, Obertilliach, Osttirol. Aufstieg 700-1500 Hm.
P Bergbahn Obertilliach – zu Fuß drei verschiedene markierte Wanderwege auf den Golzentipp (oder MTB-Tour Nr. 157 oder 8 km Forststraße, Raddepot bei den Kutteschupfen (Golzentippjoch) am Fuß des kurzen Gipfelkammes) – als feine Zugabe zu Beginn Ü Alplspitze (der weitere Übergang zum Breitenstein nicht zu empfehlen, s. Text) – Querung zurück zum Raddepot – „Bergwiesentrail“ knapp südlich der vielen Gipfelkuppen auf den Dorfberg; oder zu Fuß mit geringem Aufwand über Salvadorsattel und –spitze, Folmaissattel, Pfannegg, Langinzensattel, Schluichtegge, Huiterbodensattel- und –spitze und Wilde-Wiese-Sattel ebenfalls auf den Dorfberg – Wanderweg/Forststraße Kartitscher Sattel – mit Bike oder Bus zurück zum P Obertilliach.



Diese herrliche Höhenroute – westlichste Etappe des Gailtaler Höhenwegs - kann als Wanderung, Mountainbike-Tour oder eben als Kombination aus beidem unternommen werden. Gleich zu Beginn lassen sich gut 600 Hm Aufstieg zur Connyalm durch die Obertilliacher Bergbahn ersparen, wobei hier die Mitnahme des Rades kostenlos ist. Dem in Stoßzeiten üblichen Trubel im Bereich der Bergstation entkommt man schnell, auf der Alplspitze ist man ohnehin meist allein. Hier hat man den äußersten Rand der Komfortzone erreicht, schlagartig herrschen hinter diesem letzten Wiesengipfel andere Gesetze als im touristischen Bereich um die Bergstation. Deshalb sei dem imposant-verlockenden Breitenstein ein eigener Absatz gewidmet.
Im alten AV-Führer von Hubert Peterka wird der Berg noch als alpin erstklassig gehandelt, einsam, packende Tiefblicke ins Pustertal. 15 Jahre später sieht der Lienzer Georg Zlöbl die Sache schon differenzierter: … sogar der leichteste Anstieg (II) ein tagesfüllendes, anstrengendes Abenteuer. Deshalb ist er wohl auch nur Bergsteigern zu empfehlen, die den Ruf der Wildnis spüren und denen eine Wegsuche nach Pfadfindermanier nichts ausmacht.
Schon beim Anblick der steilen grasig-bröckligen Schrofen am direkten Übergang (Alplspitze NW-Grat abwärts ins Abarautloch und die steile Südseite den Breitenstein-SW-Gipfel hinauf) wird den meisten Aspiranten die Lust vergehen: Das Steilgras rechts des Gipfels hinunter und Querung ins markante Felstörl, dahinter dichter Latschenbewuchs am Grat oder rechts davon in steiler Schuttrinne tief hinab. „Da geht neamd, lei di Gams!“ – so der Kommentar eines Ortskundigen weit jenseits der Achzig. Manche versuchen es mit der ostseitigen Umgehung der Alplspitze (Abstieg vom Golzentippjoch oder Morgenrastsattel in Richtung Mahrwieseralm und über den „Wilden Lahner“ ins Abarautloch – und schwärmen anschließend im Internet für Macheten und Motorsägen. Die rinnendurchsetzte Flanke zum Ziel der Begierden ist abermals steil und bröcklig, für den noch unangenehmeren Abstieg soll es inzwischen einen Abseilhaken geben.
Und zuletzt wäre da noch die schaurige Geschichte um den vermissten Alleingänger, dessen Verbleib nach wochenlanger erfolgloser Suchaktion erst durch den Flug der Geier geklärt werden konnte.
Angesichts der vielen Tausend weiteren lohnenden Osttiroler Gipfel haben wir uns spontan für den „Bergwiesentrail“ entschieden, ein flottes, aussichtsreiches Vergnügen hinüber bis zum Dorfberg – übrigens unser allererster MTB-Trail.
Wer unterwegs Lust auf den imposanten Spitzenstein bekommen hat, der wird im Archiv fündig; unseren wunderschönen Höhenweg gibt's auch in umgekehrter Richtung im Archiv Schitouren unter Dorfberg - Golzentipp.































(17.06.2026)
Literatur: Peterka: AV-Führer Lienzer Dolomiten. München: Bergverlag Rother 1984.
Zlöbl: Lienzer Dolomiten und Karnische Alpen. Tristach: Zlöbl Verlag 1999.