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Archiv Bergsteigen

Hier findest du Wanderungen, Berg- und Hochtouren, auch leichte Klettereien bis zum 3. Schwierigkeitsgrad, fallweise mit Verwendung des Gleitschirms als Abstiegshilfe. Alle Gipfel sind alphabetisch geordnet, über die Suche kannst du deine Wünsche gezielt ansteuern.

Finsterkarspitze (Venedigergruppe)

Finsterkarspitze, 3029 m

Die Bödensee-Umrahmung über der Reichenberger Hütte.

Venedigergruppe, Lasörlingkamm, Defereggental, St. Jakob in Defereggen, Osttirol. Aufstieg 1800 (ab Vordere Trojeralm) - 2200 Hm (ab St. Jakob).

P Trojeralmtal nördl. von St. Jakob (1640 m, Tagesgebühr 5 €, nur Münzen) – Durfeldalm – Kesselsee – Satteltiefe – O-Grat Hainzenspitze – Ü Kesselpater (1 Stelle II) – Ü Finsterkarspitze (1 Stelle III) – Abstieg am Normalweg: oberer NW-Grat – SW-Flanke, Steig – Querung unterhalb des unteren NW-Grats in die Rote Lenke – Gösleswand SW- und Hauptgipfel – Bödensee - Reichenberger Hütte – Talabstieg über Rudolf-Kauschka-Weg und Durfeldalm oder Höhenweg direkt ins Trojeralmtal.
Die Auffahrt mit Rad ist bis zur Vorderen Trojeralm (ca. 1800 m) gestattet (offizielle MTB-Route). Die Tour kann mit Nächtigung in der Reichenberger Hütte entschärft werden, welche auch über den Lasörling-Höhenweg, aus dem Virgental (Iseltrail) oder von der Clarahütte erreichbar ist.

ÜbersichtKarte 1: Zugänge St. Jakob in Defereggen - Reichenberger HütteKarte 2: Bödensee-Umrahmung über die Durfeldalmdie fünf Gipfel überschreiten wir gegen den Uhrzeigersinn, der See liegt verdeckt hinter der Hütte

Obwohl sich aufgrund der Erderwärmung die Verhältnisse besonders auf unseren höheren Bergen stark ändern, lassen sich über die Bödensee-Umrahmung in der Osttiroler Lasörlinggruppe kaum Einschränkungen finden: Man ist mit kurzen Unterbrechungen auf gleich drei gestaffelten Kämmen unterwegs, was in diesem Gebiet ein Aussichtsfest sondergleichen ergibt. Gegenüber vielen anderen Dreitausendern ist hier der Fels auch an den kurzen Kletterpassagen noch kompakt geblieben und das Überschreiten der zu einer langen Schlangenlinie aufgereihten, imposanten Firste hoch über einer großartigen Berglandschaft macht echt Freude.
Wer die Zeit aufbringen will, sollte eine mehrtägige Kombination mit unserer Runde aus dem Virgental erwägen (s. im Archiv unter Rosenspitze – Reichenberger Spitze), die für sich allein schon eine Reise wert ist.

die Durfeldalm überm Trojeralmtal mit Blickrichtung Süden, ...... wo der Panargenkamm gegen Westen in Richtung Rieserferner ziehtam Ende des Fahrwegs bei einem kleinen Hüttchen verlassen wir den Rudolf-Kauschka-Weg rechts hinauf ...... in einen weiten Kessel zwischen den Südgraten von Hainzenspitze und Kesselpater (rechts)Kesselsee mit Villgratner Berge im Hintergrundüber grobe Blöcke hinauf zur Satteltiefe zwischen den beiden Gipfeln; am Kammfirst rechts der Mitte eine Messstation als kleiner weißer Punkt, den wir anstrebenauf der Satteltiefe: die zentralen Venedigergletscher, davor die begrünte Gösleswand am Ende der Überschreitungaus dem Sattel gelangen wir über den kurzen, harmlosen Ostgrat ...... hinauf zum Gipfelobelisken ...... der Hainzenspitze, 2930 m, wo sich die Fortsetzung des Panargenkamms offenbartTiefblick auf den Kesselseegenau gegenüber der Bödensee und die westlichen Venedigerauf der Hainzenspitze beginnt die Umrundung des langgezogenen Finsterkars; bald nach der Satteltiefe, im unteren Teil des Kesselpater-Westgrats, ...... die erste Kletterstelle an der gutgriffigen, runden Gratkantenach Überwinden der schönen Kletterpassage ...... gibt sich der Grat wieder zahmder Gipfelaufbau des Kesselpater wirkt wieder steiler, ...... ist aber auch keine Hexereihinter der Panargenscharte (genau überm Hainzenspitz) tauchen schon die Rieserferner aufvom Gipfelsteinmann des Kesselpater ...... erkennt man im Südosten hinter den Villgratnern gerade noch die höchsten Gipfel des Karnischen Hauptkammsam waagrechten First unserem nächsten Gipfel entgegenimmer wieder lustige Passagen am Gratauf dem kurzen Abstieg in die nächste Scharte ...... kommen wir heuer erstmals mit Neuschnee in BerührungRückblick zum Kesselpater, wir wenden uns ...... dem Südgrat der Finsterkarspitze zu; in der seichten Verschneidung der unteren Hälfte ...... sind die grasigen Schrofen nicht immer ganz festUlli kommt aus der Verschneidung ...... und findet oberhalb teilweise ganz gute Gamssteige vorwieder eine interessante Stelle an ultradünnen Felsplattendie Schlüsselstelle am Ausstieg zum Gipfelgrat: glatte Platte mit eher kleinen Haltepunktengewaltige Sicht am Gipfelgrat: im Osten über die Stampflesköpfe bis zum Großglocknerim Nordosten die Kriselachspitze überm Kleinbachtal und das Venediger-Gletscherdachauch hier wieder ein flacher GipfelfirstFinsterkarspitze, 3029 mRückblick auf den bisherigen Gratverlauf; mittlerweile sind auch die Dolomiten aufgetauchtVenedigerpanorama von der Daberspitze bis zum (zweiten) GeigerAbstieg von der Finsterkarspitze am Nordwestgrat, erst am luftigen Gipfelkamm ...... auf einen begrünten Vorgipfel, danach ...... über eine Felsstufe, an deren Fuß ein deutlicher Steig beginntvom folgenden Flachstück leitet der Steig links hinunter ins Finsterkar, somit kann man den turmbewehrten unteren NW-Grat einfach umgehen; unser nächstes Ziel: die grüngraue Gösleswand gleich dahinterunterhalb der Gratwände queren wir aus dem Finsterkar hinaus in die Rote Lenke, aus der ein markierter Steig auf die beiden Gösleswandgipfel führtRückblick aus der Roten Lenke auf den FInsterkarspitze-Nordwestgrat, den wir oben aus der Flachstelle nach hinten verlassen habenschnell steht man dann am Gipfelgrat der Gösleswand; wir laufen zuerst zum niedrigeren SW-Gipfel, hinter Erich wieder der Glocknerder bescheidene Umweg lohnt sich allemal, ...... hat man doch nur vom Südwestgipfel ...... den ungehinderten Blick auf Böden- und Göslesseelinks davon unsere ersten drei Gipfel, ...... rechts die verlockende Kulisse zwischen Keesegg und Rötspitze, ...... hier im Detail; Rosenspitze, Reichenberger Spitze und Hohes Kreuz im Archivauch im Norden zeigen sich viele der geheimsten Ecken der Venedigergruppe (s. Wiesbauerspitze oder Ogasilspitze)ganz nah auch die Gletscherkrone des Venedigersbeim Übergang zum Hauptgipfel schenken uns ein paar Höhenmeter mehr den ungehinderten Blick über die Satteltiefe vom Beginn unserer Überschreitung auf die Sextener DolomitenRückblick vom Haupt- zum SüdwestgipfelAbstieg in ein soeben begangenes Gemäldezufriedener Ausklang an der Reichenberger Hütte, ...... wo sich die gesamte Umrahmung im Bödensee spiegelt
(26.09.2026)

Literatur: Zlöbl: Die Dreitausender Osttirols. Lienz-Tristach: Verlag Grafik Zloebl 2007.
Peterka: AV-Führer Venedigergruppe. München: Rother.

Rosenspitze - Reichenberger Spitze (Venedigergruppe)

Rosenspitze - Reichenberger Spitze (Venedigergruppe)

Rosenspitze, SW-Gipfel, 3022 m - Reichenberger Spitze, NW-Gipfel, ca. 3020 m 

Ein Lieblingsberg Ludwig Purtschellers.

Venedigergruppe, Ströden, Virgental (oder St. Jakob in Defereggen), Osttirol. Aufstieg 1300 (-1800) Hm.

P Ströden im hintersten Virgental (gebührenpflichtig) - Islitzer Alm – Umbalfälle – (Clarahütte, empfohlen, s. Archiv unter Iseltrail) – Dabertal – Leitbachtal – gesamter SW-Grat über Rosenlenkenkopf, 2809 m und Rosenlenke auf das Gipfelpaar der Rosenspitze – event. Übergang Reichenberger Spitze - Sentenböden – Rudolf-Tham-Weg zur Reichenberger Hütte am Bödensee – Bachlenke – Großbachtal – Großbachalm – Stürmitzalm – Islitzer Alm – Ströden. - Oder Abstieg von der Reichenberger Hütte durchs Trojeralmtal nach St. Jakob in Defereggen.

ÜbersichtKarte Hüttenrunde mit Rosenspitze-SW-Grat; die Karte der Verbindung Reichenberger Spitze mit Rosenspitze-Normalweg bei den Fotos am Ende der Bilderfolgedie „doppelgiebelige“ Rosenspitze von Südosten (Weißes Beil, Panargenkamm)

Ich stehe nicht an, die sich hier darbietende Aussicht als eine der großartigsten und dankbarsten in den Tiroler Bergen zu erklären. -
Fast auf den Tag genau vor 130 Jahren wurde die Rosenspitze erstmals erklommen. Der berühmte Innsbrucker Lehrer und Bergsteiger Ludwig Purtscheller, Erstbesteiger des Kilimandscharo, galt damals als einer der besten Kenner der Alpen, in denen er über 1700 Gipfel bestieg. Seiner kompetenten Meinung wird niemand widersprechen, der es auf diesen entlegenen 3000er schafft: Neben dem exzellenten Blick auf den Großvenediger und seine Trabanten (nur vom Hauptgipfel) entschlüsseln sich die geheimsten Winkel der Hohen Tauern, etwa die Hohe Grube (s. Archiv Wiesbauerspitze), das von 15 Dreitausendern umrahmte hintere Umbaltal oder der fast schreckhafte Blick in die Riesenspalte des Daberthales – mit seinen entsetzlich steilen, grün angehauchten, wandgestuften Hängen eine der wildesten Schauplätze der Lawinen …
Wir kommen vom Gletschertor der Isel am Umbalkees, haben frühmorgens wegen der etwas unstabilen Wetterlage unsere Pläne geändert, wollen eher auf markierten Wegen bleiben. Auf dem Weg zur Reichenberger Hütte können wir jedoch dem Ruf der unter Kennern legendären Rosenspitze nicht widerstehen und steigen noch im Leitbachtal in gerader Linie auf den langen SW-Grat hinauf – ab der Rosenlenke der Weg des Erstersteigers, in neuerer Zeit kaum mehr begangen, teils steiles sandiges Geröll, weit oben eine kurze Kletterpassage aus den Schieferbändern der Nordseite auf den Grat hinaus.
Der heute übliche, unkompliziertere Aufstieg von der Reichenberger Hütte zum 38 m höheren Hauptgipfel führt von den Sentenböden an der Südseite in die Scharte zwischen beiden Gipfeln und von dort - ähnlich wie am SW-Gipfel  - am Grat bzw. knapp darunter auf schmalen Bändern der Nordseite zum höchsten Punkt. Als Familientour (Georg Zlöbl) würde man auch diesen Anstieg heute nicht mehr bezeichnen. Die Fotos der Besteigungen von der Reichenberger Hütte aus sind am Ende der Bilderreihe zu finden.
Bei der Gelegenheit kann man auch gleich der benachbarten Reichenberger Spitze, 3030 m, einen Besuch abstatten. Der Nordwestgipfel ist nur wenig niedriger als der Hauptgipfel. Speziell wenn man aus Süden kommt, scheint der NW-Gipfel höher, weshalb wir den Hauptgipfel in der Hitze des Gefechts rechts liegengelassen haben. Kommt man von der Rosenspitze, quert man gleich möglichst hoch hinüber in die flache obere Scharte und erhält den zerklüfteten Nebengipfel fast geschenkt.
Die ausgedehnte Runde (oder die extravagante Abstiegsvariante von der Clarahütte) ist übrigens auch ohne Gipfelbesteigung eine äußerst lohnende Unternehmung.
Vor der Haustür der Reichenberger Hütte wartet noch die eindrucksvolle Bödensee-Umrahmung.

wir befinden uns bei der Einmündung des Daberbachs ins Umbaltal, zwischen den berühmten Wasserfällen und der Clarahütte (Zustiegsbilder s. im Archiv unter Iseltrail); links unser Steig in Richtung Reichenberger Hüttenach kurzem Abstieg überqueren wir die noch junge Isel ...... und marschieren auf gutem Steig ins wolkenverhangene Dabertal hinaufoben an der Talgabelung ...... verziehen sich die Nebel; Blick gegen WNW ins Karbachtal und den langen Südgrat zur Daberspitze, rechts Hohes Kreuzetwas weiter links das fast 3000 m hohe Rotenmanntörl, das den Übergang ins Defereggental ermöglichtdas Wetter entwickelt sich nicht so schlecht und wir verlassen noch vor der Daberlenke den Weg links hinauf ...... auf den vorerst breiten Kammrücken des gesamten SW-Grats der Rosenspitzeschon von hier gewinnt man interessante Einblicke in verborgene Winkel der Venedigergruppeauf der Südseite des Kammes satte Wiesen ...... mit Unmengen von Edelweißauf der Höhe des Rosenlenkekopf, 2809 m, verschärft sich der Kammüber ein paar einfache Kraxelstellen ...... hinunter in die Rosenlenkeder weitere Anstieg am eigentlichen SW-Grat, dem Weg des Erstersteigers Ludwig Purtscheller (anno 1896) ist großteils etwas bröcklig und wird heutzutage nur mehr selten begangenam besten hält man sich immer knapp neben dem Gratim Süden Daberlenke und der Panargenkamm: von rechts Keesegg, Panargenscharte und AlplesspitzeRückblick in Richtung Rotenmanntörlim Westen Hohes Kreuz und Daberspitzeim Norden Daber- und Umbaltal, in den Wolken verborgen die Dreiherrenspitze, rechts der Großschoberurplötzlich lüftet auch die Rötspitze ihren Schleiernoch ein Rückblick auf die Gabelung des Dabertals; der Kamm wird zur Schneidezuerst bequeme Schieferbänder in der Nordseite, ...... welche man an geeigneter Stelle rechts hinauf zum Grat verlässtso finden wir uns am SW-Gipfel wieder; der heute übliche Aufstieg führt von rechts ...... über die Schutthänge der Südseite in die Scharte zwischen beiden Gipfeln; die Fotos zur benachbarten Reichenberger Spitze (rechts) und zum Rosenspitze-Normalweg findest Du am Ende der Bilderfolgeauf dem westlichen Teil der weitläufigen Sentenböden (links Rosenlenke, dahinter Daberspitze) ...... erfreuen uns immer wieder prächtige Blumenpolsterim Osten der lange Grat von der Reichenberger Spitze zur Grauen WandRückblick auf die Rosenspitze, jetzt erkennt man den heute üblichen Normalweg in die Scharte zwischen den beiden Gipfelnan der Südkante der Sentenböden gegen Trojeralmtal und den Auslauf des Panargenkamms; von hier steigen wir ...... durch eine kurze Schlucht auf den bereits sichtbaren ...... Rudolf-Tham-Weg in Richtung Reichenberger Hütte abRückblick auf den gestreckten Giebel der Rosenspitzevor uns das Finsterkar mit seiner interessanten Umrahmung (s. Archiv unter Finsterkarspitze)hinter der Hütte der düstere Panargenkamm: von links Alplesspitze, Panargenscharte, Keesegg und Panargenspitzevor der Hüttentür der malerische Bödenseevon der Bachlenke steigen wir links hinunter ins Großbachtal; in unserem Rücken ...... der grüne Bachlenkenkopf, ein beliebter HüttenbergTiefblick ins Großbachtal, rechts hinten das Gletscherdach des Großvenedigerkaum jemand verirrt sich heute noch ins entlegene Bachlenkenkaraus der sich verengenden Großbachschlucht ragen Quirl und Ogasilspitze (winterliche Besteigung s. Archiv)Rückblick auf die Bachlenkeauf einem kleinen Wiesenplateau hoch über der Schlucht die Großbachalmjenseits der Schlucht das einsame Rasbachkar mit dem Kleinschober rechts und dem Verbindungsgrat Großschober - Rosenspitzevon der Großbachalm führt ein extrem steiler Fahrweg ...... in unzähligen Kehren (Rückblick zum Kleinschober) ...... vorbei an der Stürmitzalm (von links Toinigspitze, Kriselachspitze und Kleinbachtal) ...... hinunter zur Islitzer Alm und zum Ausgangspunkt unserer Runde in Ströden

Hier folgen die versprochenen Bilder zur Reichenberger Spitze und Rosenspitze von Süden, die zwei Monate später entstanden sind.

Karte der beiden Gipfel über die Sentenbödenam Fuß der Grauen Wand beeindrucken die langen Morgenschatten des türmereichen Verbindungsgrats über die Reichenberger- zur Rosenspitzeden größten Schatten wirft hier der nur wenig niedrigere, flachere Nordwestgipfel hinter der besonnten Pyramide des Hauptgipfels der Reichenberger Spitzeaus dieser Perspektive scheint der NW-Gipfel beinahe höher, deshalb zielen wir instinktiv auf die breite Scharte links der Bildmitteauch die Gratfortsetzung zur Rosenspitze trägt wilde, im Verfall befindliche Zackenselbst noch von hier oben scheint der NW- noch höher als der HauptgipfelPrachtblick aus der flachen Schartenkehle auf den Großvenediger; von hier rechts hinauf ...... in kurzer Zeit und überraschend gutem Fels ...... auf die langgezogene Schneide des NW-Gipfels, wo sich die Höhenverhältnisse deutlich relativierenauf der scharfen Schneide sind wir Teil des Schattens geworden; Gipfelblick nach Nordwesten auf Rosenspitze und Großschober, dahinter halb versteckt Dreiherrnspitzebald unterhalb der Scharte queren wir die Schutthänge auf vereinzelten Gamsfährten hinüber unter die Scharte unterm Rosenspitze-SW-GipfelRückblick aus der Scharte, die Querung verläuft angenehmer und schneller als vermutetder SW-Gipfel der Rosenspitze, den wir vor zwei Monaten über den dahinterliegenden Grat erreicht haben, ist von hier aus in kurzer, nicht allzu schwieriger Kletterei erreichbarBlick übers Daber- und Umbaltal auf Rötspitze und DreiherrnspitzeUlli am SW-Grat zum Hauptgipfel; zu Beginn kann man durchaus ...... der teils bröckligen und ausgesetzten Schneide folgenRückblick zum SW-Gipfel, links das Keesegg des Panargenkammsin weiterer Folge bieten sich die schmalen Schieferbänder knapp unterhalb der Gratschneide an; die hart gefrorenen Schneereste der Nordseite machen uns allerdings ohne Steigeisen zu schaffen - doch keine „Familientour“ (Zlöbl)die beiden Gipfel der Reichenberger Spitze, endlich im richtigen Verhältnis; dazwischen ein Teil der „Bödensee-Umrahmung“ (s. Archiv unter Finsterkarspitze)der östliche Teil der Sentenböden ist ein Paradies für Mineralogen, s. auch die Ausstellungsvitrinen auf der Reichenberger HütteRückblickarktische Eindrücke auf den unteren Sentenbödenbeim Abstieg nach St. Jakob in Defereggen kann man von der Hütte entweder gleich runter ins Trojeralmtal oder auf dem Rudolf-Kauschka-Höhenweg - ...... mit umfassenderem Blick auf die Villgratner Berge - ...... und über Durfeldalm und Knappengruben erst viel weiter unten ins Tal gelangen
(21.07.+27.09.2026)

Literatur: Peterka: AV-Führer Venedigergruppe. München: Rother.
Zlöbl: Die Dreitausender Osttirols. Tristach: Zloebl 2007.
Gasser: Erlebnis Osttirol. Graz: Leopold Stocker Verlag 1979.



Großnitzkopf - Zabarotkopf, historischer „Treibersteig“, 1-2 (Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten)

Großnitzkopf, 1496 m - Zabarotkopf, 2396 m

Neuauflage des historischen Treibersteigs durch die Freiung-Nordabstürze.

Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten, Nikolsdorf, ca. 5 km nw. von Oberdrauburg, 13 km sö. von Lienz, Osttirol, Kärnten. Aufstieg 1800 Hm.

Auf den Großnitzkopf: P Holzbrücke 200m nordwestl. der Bahnhaltestelle Nikolsdorf, 641 m – Forststraße jenseits der Brücke 750 m nach Westen - linker Straßenast über sechs Kehren in den Grolitschgraben - ca. 200 m auf der Straße weiter bis knapp vor eine markante Linkskurve, ca. 740 m – eine Steinschwelle markiert den teils steilen Jagdsteig ins Kar - 10 m unterm Ansitz nach rechts, hier entwickeln sich Steigspuren am rechten Rand des Kares hinauf, nach der großen Buche und dem zweiten Steinmann links um die erdige Kante leicht absteigend über Schutt hinein in die Blockrinne, dort Steinmänner und vereinzelt Steigspuren – links um ein Felseck und wieder aufwärts auf die Blockhalde – darüber nicht links zum Einstieg der Via Ander (11 SL, 8+/9-), sondern geradeaus in die anschließende Rinne (teils ausgewaschener Fels, Steinmänner, Trittstufen) empor – erst hinter einer kleinen überhängenden Nase rechts hinaus auf den moränenartigen Rand der Schluchtrinne (Steinmänner), daran wenige Meter hinauf, schräg rechts über Schutt in den Schrofenhang unterhalb der Bäume (ab hier erkennbarer Steig) und Links-Rechts-Schleife (roter Punkt am Baum rechts oben im Winkel) - durch steilen Wald auf das Sattele, ca. 1200 m, am Ostsporn des Großnitzkopf – deutliche Steigspuren mit zwei kurzen Kletterpassagen (I+) auf den Großnitzkopf. –
Weiter zur Freiung: vom Gipfelplateau (Baum mit Tafeln) gegen Süden (Lichtungen und Latschenschnitte) in den Großnitzsattel, aus ihm direkt über die Felsrippe ins 1. Schartl (I), ab hier tlw. sehr steile Latschenflanke mit ausgeschnittenen Gassen (zu Beginn felsig, Markierungsseil) - 2. Schartl – Wandl (II+, Markierungsseil) – 3. Schartl – Kamin (II, letztes Seil) – Kl. Gern, ca. 1680 m (Gipfelstein, erweiterte Aussicht vom Scharnik bis zum Rauriser Sonnblick), ab hier weniger steil – 15 m Abstieg ins Gernschartl - Rampe nach rechts – Schrofenwandl (I)auf den ausgeschnittenen Latschenrücken zum Wilden Gern, 1771 m (Gipfelstein) – zwei Rinnen horizontal queren, dazwischen immer wieder ansteigend aufs schmale Schluchtband – Schluchtquerung (jenseits roter Punkt, nicht rechts in die Schluchten hinauf!) – in gleicher Richtung nach oben sich verschmälernde Schuttrinne aufs Untere Gamsband - vom Ende des Latschenschnitts schräg rechts über Felsstufe (I) am Rand des Abbruchs aufs ausgeschnittene Latschenfeld, darin zwei felsige Unterbrechungen, die an den Rändern umgangen werden – Unterer Gang (ab hier wenige Farbpunkte zur Orientierung im labyrinthischen Fels-/Latschengelände) - Zwei Lärchen - etliche kurze Auf-/Abstiege und Rinnenquerungen, Oberes Gamsband (Mittelteil des Unteren Gangs) – man erreicht, den Latschenschnitten folgend, die kleine Wiese am Freiung-NO-Kammsattel, 2037 m – in gleicher Richtung schräg aufwärts zum letzten Latschendurchschlupf (roter Punkt), hinter dem sich der Treibersteig mit dem Normalweg vom Hochstadelhaus auf die Freiung vereint. Detaillierte Beschreibung s. auch im Bildteil. -
Abstieg über den sehr steilen Zabarotsteig (ehemals Leiternsteig, heute klettersteigmäßig versichert) direkt zum Bahnhof Nikolsdorf am viel gemütlicheren Hüttenzustieg (bei Vorbestellung auch Hüttentaxi).

ÜbersichtKartedas Wandfoto aus dem AV-Führer, in lila die korrigierte Linienführungder Anstieg über 1800 Höhenmeter lässt sich in drei Teile gliedern: 1) vom Drautal über die Grolitsch und den Ostsporn auf den Großnitzkopf - für trittsichere Pfadfinder eine nette Halbtagestour2) vom Großnitzkopf über den Kleinen und Wilden Gern sowie das Untere Band in den Freiung-Nordostkammsattel, hinter dem man auf den Freiung-Normalweg vom Hochstadelhaus trifft3) der letzte Abschnitt des Normalweges über die Nordostrinne (s. im Archiv unter Freiung)

Wenn man Tag für Tag die Hochstadel-Nordwand, eine der höchsten Wände der Kalkalpen vor Augen hat, kann man sich immer wieder voller Grausen abwenden – oder man wird neugierig. Aus längst vergriffener Führerliteratur (s. unten) bekamen wir Wind von einem historischen Direktanstieg aus dem 19. Jahrhundert auf die Freiung, dem östlichen Trabanten des Hochstadel. Der alte Treibersteig war mittlerweile so gut wie verschwunden und aus der Erinnerung der meisten einheimischen Jäger und Bergsteiger getilgt. Die letzte Besteigung des Großnitzkopf, einer bewaldeten Rückfallkuppe auf halber Höhe der gewaltigen Flanke, fand eigenen Angaben des ältesten noch lebenden Nikolsdorfer Jägers zufolge vor mindestens 40 Jahren statt. Jetzt ist der Großnitzkopf ein wunderbarer Aussichtspunkt (Gipfelbuch und schmiedeeisernes Edelweiß) mit ungewohnten Blickwinkeln auf Schobergruppe, Lienzer Becken, Adlerwand und Lavanter Alm geworden. Für trittsichere Geher für sich allein genommen eine nette Halbtagestour mit 850 Höhenmeter.
Oberstudienrat Prof. Rudolf Klose (1909-2005), einer der besten Kenner der Lienzer Dolomiten, erwähnt den Anstieg 1969 in seinem anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Österreichischen Touristenklub herausgegebenen Hochstadelführer:

… Auch ein alter, schwer zu findender und kaum kenntlicher Treibersteig führt übrigens durch die Steilabdachung der Freiung zu deren Nordostgipfel hinan, ein Mittelding zwischen Bergpfad und Kletterführe. Seine Begehungen durch Bergsteiger seit seiner ersten touristischen Begehung vor etwa 65 Jahren (also etwa um 1900) dürften an den Fingern abzuzählen sein …
… sehr steil und anstrengend, obwohl beim Ausstieg gegen den P. 2037 kaum wesentliche Kletterschwierigkeiten bestehen.

Aufgrund der mangelhaften Wegbeschreibungen und teils ungünstiger Linienführung im Wandfoto des AV-Führers liegt der Verdacht nahe, dass keiner der beiden Führerautoren, weder Rudi Klose noch Hubert Peterka, den Steig jemals selbst begangen hat. Seit dem Frühjahr 2024 ist es uns in 23 ganztägigen Erkundungs- und Arbeitseinsätzen gelungen, den ehemaligen Treibersteig im teils dichten Latschendschungel aufzuspüren und in optimierter Wegführung wiederzubeleben. Dieses Projekt zählt aufgrund der Dimension sicherlich zu den größten in unserer persönlichen alpinen Vergangenheit und wird vielleicht nur vom „Schlossgespenst“ durch die 1400 m hohe Nordwand des Schermberg im Toten Gebirge übertroffen.
Unser besonderer Dank gilt Peter Paul Wieser aus Sillian, der uns mit seiner unglaublichen Effizienz bei zwei Arbeitseinsätzen viele weitere mühsame Tage im Latschendschungel erspart hat.

Die Begehung dieser unbezeichneten und nicht gewarteten alpinen Route erfolgt in Eigenverantwortung und auf eigene Gefahr. Laut der Aussage eines hervorragenden einheimischen Alpinisten wird sie ohnehin nur von BergsteigerInnen unternommen werden, für die das Übernehmen ebendieser Eigenverantwortung auf solchem Terrain selbstverständlich ist. Der Anstieg wurde (bis auf ein halbes Dutzend Farbpunkte an besonders neuralgischen Stellen) nicht markiert und erfordert bereits im unteren Teil bis auf den Großnitzkopf Trittsicherheit im teilweise weglosen Gelände sowie pfadfinderische Fähigkeiten. Für versierte Alpinisten ist er ohne Seil begehbar, die wenigen zurückgelassenen Seilstücke sind dem Zahn der Zeit unterworfen, müssen nicht zwingend benutzt werden und dienen der Orientierung – will man sie dennoch verwenden, ist man nach vorausgehender Kontrolle der Belastbarkeit für etwaige Folgen selbst verantwortlich. Nicht bei Nässe begehen.

Trotz dieser ausdrücklichen Warnungen empfinden wir immer wieder große Freude auf unserem „Treibersteig“. Das Gelände ist abwechslungsreich und noch lange nicht im selben Maß dem Verfall ausgesetzt wie auf vielen unserer Dreitausender. Die langen Latschenpassagen sind gründlich ausgeschnitten, dennoch bleibt das Gesamterlebnis über die drei Zwischengipfel und den „Unteren Gang“ zum Gipfelkreuz – nicht nur im Andenken an die Leistung unserer Vorfahren - urtümlich, um nicht zu sagen archaisch.
Fürs stilgerechte Abrunden des Abenteuers gibt es anschließend keinen besseren Platz als bei den gastfreundlichen Hüttenleuten des Hochstadelhauses auf der Unholdenalm.

Der oben zitierte Rudi Klose hat übrigens zwischen 1929 und 1967 neben vielen anderen Erstbegehungen in den Ostalpen gegen fünf Dutzend teils haarsträubende, extravagante Alleingänge in den Lienzer Dolomiten unternommen. Eine dieser meist vergessenen Routen ist der Südsporn auf den Zattkofel, dem östlichsten der über 20 Türme des Keilspitzmassivs, den man zwischen Großnitzkopf und Wildem Gern im Blick hat. Diese Linie (im AV-Führer, Randzahl 762, mit Schwierigkeitsgrad I bewertet!) - wurde seit der Erstbegehung 1953 aus verständlichen Gründen nie mehr begangen. Wir haben sie nach 73 Jahren mit geringfügigen Begradigungen saniert und werden sie in Kürze als „Rudi-Klose-Gedächtnisweg“ im Archiv Klettern vorstellen.

von der Forststraße führt rechts der Schluchtrinne ein gut verfolgbarer Jagdsteig mit mehreren Steilstufen hinauf zum rechten Rand des Grolitschkaresetwas weiter oben nach einer großen Buche ein Steinmann, hinter dem man horizontal um ein erdiges Eck in die Blockrinne hineinquertim Kar den Steinmännern nach, am Ende der Halde rechts in die Rinnenfortsetzung und über ausgewaschenen Fels weiter hinaufhinter einer kleinen überhängenden Nase in Fallinie des bewachsenen Turms am Großnitzkopf-Ostsporn klettert man rechts auf den moränenartigen Schuttkamm hinaus und zur folgenden steilen Schrofenwiese unterhalb des Waldes, wo man auf deutliche Steigspuren trifftsteil durch den Wald hinauf und links einer Felswand gegen den Turmsattelvom Sattele führen die Steigspuren immer entlang des Ostsporns ...... erst über eine kurze ausgegrabene Kletterstelle, ...... weiter oben über eine höhere Felsformation ...... auf schmalen Bändern in naturgegebener Zickzack-Linie bergan ...... bis aufs überraschend weitläufige Gipfelplateau des Großnitzkopf; rechts in Pfeilrichtung zum Gipfel, links von Ulli durch flachen, lichten Wald zum Großnitzsattel und weiter auf die Freiungdie Gipfelkuppe war vollständig von dichten Latschen bewachsen, jetzt ist sie zu einem wunderbaren Aussichtspunkt geworden; Blick in den Lavanter Graben und aufs Keilspitzmassiv mit (von links) Zattkofel, Viehkofel und Adlerwanddie ausgeschnittene Gipfelkrone vom 3. Schartl des weiteren Anstiegs zum Kl. GernGipfelblick vom Großnitzkopf auf Lienz und die Schobergruppeals Gipfelzeichen haben wir ein schmiedeeisernes Edelweiß eingeklebtauf wundersame Weise folgten daraufhin - nicht von uns - nepalesische Gebetsfahnen und ein Jahr später eine Buchkassetteder Weiterweg auf Kleinen und Wilden Gern, gesehen aus dem Lavanter Grabendie arbeitsintensivsten Einsätze galten der erbarmungslosen Latschenflanke vom Großnitzsattel auf den Kl. Gernkeine zehn Minuten dauert es vom Großnitzkopf hinüber in den Sattelaus dem Sattel nicht nach rechts auf den verlockenden Gamsspuren zum Fuß der Felswand, ...... sondern geradeaus die schmale Felsrippe hinaufgenau über Ulli rechts vom Baum das 1. Schartldie letzten Meter ins schmale 1. Schartl sind sehr steil, jenseits sofort ein tiefer Abbruch; oben angelangt rechts ums Eck ...... und die folgende Felspartie hinauf; Vorsicht - in der Mitte des Aufschwungs alter Latschenstock, auch die Seile sind dem Zahn der Zeit unterworfen!hinter der kleinen Schulter am Ende der Felsen folgt eine horizontale Querung, auch hier sollte man das alte Seil nicht bedenkenlos als Geländer benutzenRückblick auf den Quergang; nun folgt man beständig ...... den sehr steilen, ausgeschnittenen Latschengassen ...... ins 2. Schartl, anschließend eine gemütliche horizontale Querung nach rechts und vor der nächsten Schluchtrinne wieder gerade empor ...... zum „Wandl“, über welches man sich mit Hilfe der Latschen emporhangeltkurz danach landet man im 3. Schartl, wo das Spiel erneut beginnt: gemütlicher Rechtsquergang und neuerlich gerade hinauf, bis das Gelände endlich flacher wird; das mühsamste Stück des Treibersteigs ist somit geschafftauf einem schönen Band der Wand entlang nach rechts ...... bis vor den Weißen Turm hoch über dem Lavanter Grabenbevor die Felswand endet, wird sie von einem tiefen Kamin durchschnitten (ganz links), ...... den wir gleich nach dem Klemmblock über eine kurze, elegante Kletterstelle (II+) nach links verlassennach einer kurzen Schrofenrinne stehen wir überraschend unterm Gipfel des Kleinen Gern (genau in Bildmitte); darüber der grüne Latschenkamm des Wilden Gern, der schon vom Tal aus ins Auge springtGipfelstein am Kleinen GernReinhold war bereits vor der endgültigen Fertigstellung des Treibersteigs mit uns hier obenVorsicht am Gipfel, der Kl. Gern stürzt mit einer gewaltigen Verschneidung senkrecht gegen den Lavanter Graben abder weitere Verlauf bis zur Einmündung in den Normalweg; vom Kl. Gern wenige Meter hinunter ins Gernschartl ...... und über die breite Rampe rechts hinaus auf die KammhöheRückblick aus der Rampe auf den Kl. Gerndie Freiung-Nordflanke gesehen vom Ostgrat der Adlerwandüber ein 15-Meter-Schrofenwandl am Ende der Rampe erreichen wir die Kammhöhe des Wilden Gern, ...... über die wir durch breit ausgeschnittene Latschengassen fast mühelos an Höhe gewinnen; der Blick reicht schon bis zum Laserztörlnahe des höchsten Punkts, gleich gegenüber einer der wildesten Kletterrouten in den Lienzer Dolomiten (Freiung-Nordwestwand, Schwanda und Schaschl 1946) ...... haben wir wieder einen Gipfelstein deponiertam Wilden Gern war uns Peter Paul mit seiner nie erlahmenden Schaffenskraft eine unschätzbare Hilfe - ein kurzes Stück des Kammes vor ...... und nach getaner Arbeitam hinteren Teil des Kammes gegen die große Gipfelschlucht; das untere Latschenbändchen mündet aufs Untere Gamsband, das obere auf den Unteren Gang; wir steigen nicht wie laut AV-Führer durch die verdeckten Schluchten rechts, sondern nahe der Wandkante zwischen den schrägen Latschenflecken hinaufvor der Schlucht müssen wir noch zwei Rinnen queren, ...... die zweite erfreut uns mit ein paar delikaten SchrittenUlli hat das schmale Band erreicht, das in den Grund der Schlucht führt; ganz hinten schon die Gletscher der Venedigergruppebei der Erkundung sind wir auch dem AV-Führertext gemäß hinauf in die Felsen gefolgt: nach zwei Seillängen (II-III) verzweigt sich die Schlucht in mehrere Äste, ...... der linke Ast hinauf zum Unteren Gang steht in puncto Begehbarkeit in keinem Verhältnis ...... zu unserer Version aufs Untere Gamsband (Pfeil) und weiter hinauf durchs Latschenfeld hinter dem Dachfirstdie schmäler werdende Rinne empor, oben hinterm Latschenspitz ...... beginnt das aussichtsreiche Untere Gamsband, ...... auf dem auch Ulli fleißig die Stichsäge geschwungen hatvom Bandende rechts unten schräg recht über ein weiteres Schrofenwandl aufwärts zum First des Schluchtabbruchs ...... und durch das anschließende dachartige Latschenfeld - vorbei an zwei Felszonen - ...... immer den Latschenschnitten folgend ...... in ein kleines Schartl und weiter ...... auf den Unteren Gang; ab hier einige wenige rote Farbpunkte, um aufwendiges Wegsuchen zu verhindernvorbei an den Zwei Lärchen ...... immer weiter in leichter Aufwärtsquerung ...... dem Unteren Gang nach links folgen; beim Pfeil sind wir vom Wilden Gern heraufgekommenvon einer Latschenschulter besser ein kurzes Stück absteigen (unten roter Punkt), um einen leicht überhängenden Quergang zu vermeidender Mittelteil des Unteren Gangs ...... scheint in der Literatur auch als Oberes Gamsband aufim unteren Teil der folgende Rinne bewegt man sich vorteilhaft in den bombenfesten rechten Begrenzungsfelsender lose Schotter weiter oben ist dann schnell überwunden; am höchsten Punkt der lose Schotter weiter oben ist dann schnell überwunden; am höchsten Punkt der Rinne waagrecht weiter, ein letzter ganz kurzer Schrägabstieg ...der Rinne waagrecht weiter, ein letzter ganz kurzer Schrägabstieg, ...... und wir erreichen die gemütlichen Grünflächen schon auf der Höhe ...... des Nordostkammsattels, 2037 m; die kleine Wiese ...... schräg hinauf zum letzten Latschendurchschlupf ...... vor der Einmündung des Treibersteigs in den Normalweg zum Gipfelgeradeaus die muldenartige Nordostrinne (die „Steilrunse“ aus dem AV-Führer), links hinunter der Übergang durchs Zabarotkar zum Hochstadelhaus, ...... wo man nach vollbrachter Tat von Heidi und Udo aufs Herzlichste verwöhnt wird
(16.09.2026)

Literatur: Peterka/End: AV-Führer Lienzer Dolomiten (Randzahl 1395). München: Bergverlag Rother 1984.
Klose: Der Hochstadel in den Lienzer Dolomiten, Kletterführer. Beilage zur Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des ÖTK, Wien 1969; beide längst vergriffen, manchmal noch in Antiquariaten oder im Internet zu finden.

Freiung (Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten)

Freiung (Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten)

Freiung, 2409 m

Die vergessene Schwester des Hochstadel.

Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten, Nikolsdorf bzw. Pirkach, beide ca. 5 km nw. von Oberdrauburg, Kärnten, Osttirol. Aufstieg 800 bzw. 2000 Hm (inkl. Gegensteigungen).

P Bahnhaltestelle Nikolsdorf, 640 m (für die Gewaltvariante auf dem Zabarotsteig über den Bärenriesenkopf) bzw. Pirkach (Auffahrt mit Hüttentaxi zum Hochstadelhaus auf der Unholdenalm, 1780 m, 15 €/Person) – Kalser Schutzhütte, Kuhlucken (Einmündung des Zabarotsteigs, etliche Klettersteigpassagen, hin und wieder ausgesetzte ungesicherte Stellen) – Tiroler Grenzstein, ca. 1850 m, bis hierher markiert – schräg gegen Westen absteigender Jagdsteig, ab der Senke eher südwestl. rechts der Schutthalde mäßig steil empor (weiter rechts Latschendschungel!) und nach gut 50 Hm in weitem Bogen nach rechts über die bereits zuwachsenden Böden der ehemaligen Zabarotalm (hier wieder meist deutlicher Steig mit Steindauben) an den NO-Kamm der Freiung heran zum Fußpunkt der weithin sichtbaren grünen Rampe, etwa 2000 m – die Rampe geht in eine schmale Schuttrinne über, welche man überquert (hier mündet der wiederentdeckte historische Treibersteig über den Großnitzkopf ein) - nach dem Linksknick der Schuttrinne weiter in und entlang der Nordostrinne („Steilrunse“ des alten AV-Führers, s. Literatur) – diese gutmütige Schrofenrinne mit teils ausgewaschenen Felsen läuft oben in einem Wiesenhang unter der NO-Kammschulter aus – von hier in Kürze zum Gipfelkreuz, weiter am kurzen, scharfen Klettergrat zum höchsten Punkt des Zabarotkopf, 2396 m.
Für den Übergang zur Hochfreiung vom Kreuz südlich absteigen und dann queren, bröcklig. - Abstieg wie Aufstieg.

ÜbersichtKartedas Hochstadelmassiv von Norden, links die doppelgipfelige Freiungdieselbe Wandflucht aus Nordwest, vom Gipfel der Adlerwanddie einzige Schwachstelle bietet sich von Nordosten aus dem Zabarotkar (Blick vom Luelfeld am Ziethenkopf, Kreuzeckgruppe)von der Waldgrenze gelangt man weglos, aber relativ einfach durch eine Steilrunse entlang des Nordostkamms zum Gipfelkreuz

Allmorgendlich gilt unser erster Blick aus dem Schlafzimmer der gewaltigen Hochstadel-Nordwand in den Lienzer Dolomiten. Ihr östlicher Anbau, getrennt nur durch die Zabarotscharte mit ihrem gleichnamigen kecken Turm, trägt entscheidend zum Gesamteindruck dieser zweieinhalb Kilometer breiten Riesenmauer bei, welche sich mehr als 2000 m über den Talboden auftürmt. Die doppelgipfelige Freiung steht dem großen Bruder bezüglich der Wildheit ihrer Wände in nichts nach, wird aber wesentlich seltener erstiegen. Obwohl sie seit 2015 ein schönes Gipfelkreuz trägt, wurde sie in den letzten 10 Jahren im Schnitt jeweils nur von einem guten Dutzend Partien besucht.
Den beträchtlichen Höhenunterschied kann man mit dem Hochstadelhaus-Hüttentaxi um ganze 1150 Hm schrumpfen lassen, ab dem Tiroler Grenzstein sind dann aber Pfadfindernasen gefragt. Der anfangs schöne Jagdsteig verliert sich nach gut 500 m immer wieder, mit offenen Augen sollten aber Steinmänner und Latschenschnitte zum Ziel führen.

Früher war alles ein bisschen anders. Der Zabarotsteig (in der AMap unrichtig Zabratsteig, bis vor kurzem auch Leiternsteig – die Holzleitern wurden mittlerweile entfernt, stabile Drahtseile und Klampfen helfen über die zahlreichen Steilstufen) wurde 1882 vom wagemutigen Josef Rabl gefunden. Einen guten Kilometer weiter westlich existierte um diese Zeit noch ein alter Treibersteig über den Wilden Gern und den Unteren Gang, der direkteste Anstieg aus dem Drautal zum Gipfel – ebenfalls Kletterstellen, steil und mühsam, einst schon schwierige Orientierung, bis 2026 unauffindbar, weil oberhalb des Großnitzkopf völlig vom Latschendickicht verschluckt.
Für „Zabarot“ entschieden sich übrigens schon die Pioniere an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert: etwa der unerschrockene Jäger Allmeier, der schon 1895 bei der Gamspirsch im Alleingang vom Lavanter Graben durch die ungeheuren Wandfluchten bis ins Zabarotkar und umgekehrt unterwegs war; oder frühe Erschließer wie Glatter, Radio-Radiis oder Patéra. Die Lienzer Dolomiten waren früher „die Unholden“, die Freiung schrieb man im Mittelalter mit y, aus der Rudnighöhe wurde die Wiesenspitze …

All diese Geschichten verleihen der Freiung etwas Mystisches, umso mehr, wenn gespenstische Wolkengebilde den scharfen Grat umwabern oder ihre Wände im Abendrot glühen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum es in jüngster Zeit zarte Ansätze gibt, den fast vergessenen Gipfel aus seinem Dornröschenschlaf zu holen. So etwa legten drei einheimische Kletterer eine neue Linie aus dem Zabarotkar durch die vergleichsweise kurze Ostwand (Freibier, 5+/6-, 4 Seillängen) – just zwei Wochen nach Errichtung des neuen Gipfelkreuzes.
Dem alten Treibersteig direkt durch die 1800 m hohen Nordabbrüche sind wir in 23 Erkundungs- und Arbeitseinsätzen innerhalb von zweieinhalb Jahren dann doch noch auf die Schliche gekommen.

das Hüttentaxi zum Hochstadelhaus ermöglicht einen etwas schonenderen Zugang zu unserem Bergriesenan der Hütte an der Kehre gleich hinter der benachbarten Kalser Hütte links vorbei und geradeaus (schlecht ausgeschildert) hinüber zur Kuhlucken am Waldrand, ...... wo ein gut bezeichneter Steig zum Tiroler Grenzstein führt; Blick auf Lienz und die Schobergruppe der Hohen Tauernvon diesem schönen Aussichtspunkt wenden wir uns links ...... auf einen anfangs guten Jagdsteig unserem Gipfelziel zuder jetzt nicht mehr markierte Steig führt in eine lichte Senke hinabaus dieser Mulde links hinauf, nach der Kehre verliert sich der bislang deutliche Steig; nun nicht diversen Wildfährten nach rechts in Richtung Freiung folgen - sie führen in ziemlich mühsame Latschenwildnis -, ...... sondern im viel freieren Waldgelände rechts der Schutthalden gute 50 Hm emporetwa hier rechts in den Wald über eine sanfte Schwelle ...... in eine nahezu baumfreie, langgezogene Mulde, wo man wieder auf Steinmänner trifft; in ihr in mäßigem Auf und Ab ...... etwas unterhalb der Baumgrenze hinüber an den jenseitigen Rand des Zabarotkares an den Fuß der Freiung-Ostwändehier erkennt man schon von weitem die grüne Rampe und die Schuttrinne hinaus zum Nordostkammkurz vor ihrem Linksknick überqueren wir die schmale Schuttrinne, am jenseitigen Rand kommt von rechts der lange verschollene Treibersteig vom Drautal direkt durch die 1800 m hohe Freiung-Nordflanke herauf (s. Archiv unter Großnitzkopf)Rückblick auf das Rinnenknie; Blick auf die Wiesenspitze, der Tiroler Grenzstein am gegenüberliegenden Kamm etwas links der Vertikalachsedie Schuttrinne geht in eine gutmütige Schrofenrunse über, ...... welche ihrerseits in einen Rasenhang ausläuftdie Wiese empor auf die Nordostkammschulter ...... mit prächtigem Blick in den Lienzer Talbodenvon hier in wenigen Minuten über den felsigen Kamm ...... zum Gipfelkreuz auf dem Nordostgipfel (Zabarotkopf), welches im Jahr 2015 errichtet wurde; seitdem erreichten im Jahresschnitt nur gut ein Dutzend Partien den Gipfel, heuer waren wir Mitte Juli die Erstendas Kreuz scheint die Freiung aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt zu haben: schon zwei Wochen nach seiner Errichtung wurde eine neue Route durch die Ostwand gelegtBlick vom Kreuz gegen Westen auf Keilspitzmassiv und den halb verdeckten Sandspitzenkamm, der die höchste Erhebung der Lienzer Dolomiten trägt (s. Archiv)ein kurzer, zerscharteter Grat leitet hinüber zum höchsten Punktvon ihm weitet sich der Blick gegen Westen auf Lavanter Alm, Laserztörl und Wildsender; hier fand alljährlich der historische Laserzlauf statt (s. Archiv Schitouren), bis er 2011 eine andere Streckenführung erhieltwer noch zur Hochfreiung hinüber möchte, steigt gleich vom Kreuz etwas ab und quert die Schrofenflanke auf den 13 m höheren Nachbarn; der Hochstadel verhüllt sichein letzter Blick vom Grenzstein zurück auf die Freiung; bevor wir ...... drüben bei der Kuhlucken auf den abenteuerlichen Zabarotsteig einbiegendurch aufgelockertes Waldgelände wechseln wir etwa 250 Hm unterhalb des Grenzsteins abermals das Bundeslandbald danach wird es zunehmend steiler und felsigerdas Gelände bricht auf Osttiroler Seite jäh ins Drautal ab; am Zabarotsteig - früher auch als Leiternsteig bekannt - wurden die alten Holzleitern mittlerweile entfernt ...... und durch Drahtseile und Klampfen ersetzt; dennoch kann man die moderne Anlage nicht als herkömmlichen Klettersteig bezeichnen, da immer wieder steile ungesicherte Passagen auftauchen, die bei Nässe schnell gefährlich werden
(14.07.2024)

Literatur: Zlöbl: Klettern in den Lienzer Dolomiten. Tristach: Bookz 2013.
Peterka/End: AV-Führer Lienzer Dolomiten. München: Rother; längst vergriffen, manchmal noch in Antiquariaten oder im Internet zu finden.

Hochstadel - Dreitörlweg (Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten)

Hochstadel, 2681 m – Dreitörlweg

Aus drei mach acht.

Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten, Oberdrauburg, Lienz, Kärnten, Osttirol. Aufstieg 1200-1500 Hm.

Pirkach (4 km wnw. von Oberdrauburg) – Wanderweg (+1200 Hm!) oder Hüttentaxi (15 € pro Person) zum Hochstadelhaus – Garnitzenkar – S-Flanke Wiesenspitze (früher Rudnighöhe) – Ü Rudnigkofel (meist weglos, Schrofen) – Rudnigschartl – Rosskerlscharte – Badstübeleschartl – (Rote Wand –) Hochstadel – Abstieg am SW-Grat in die Schneeklammscharte – Schneeklammkopflucke – weiter am Dreitörlweg: (Baumgartenwand – Baumgartenkopf – Klammkopf) – Baumgartentörl – Baumgarten – Kühleitentörl – Sandkar – P. 2063 – Sandanger – Laserztörl – Laserzkessel – Laserzsee – Karlsbader Hütte – Insteinhütte – Lienzer-Dolomiten-Hütte.
Das Hochstadelhaus kann auch vom Bahnhof Nikolsdorf über den versicherten, steilen Zabarotsteig erreicht werden. Von der Lienzer-Dolomiten-Hütte Hüttentaxi ins Tal; oder Abstieg über Kreithof nach Lavant bzw. über den Goggsteig nach Amlach bei Lienz.

ÜbersichtKarte; gepunktet der Dreitörlweg-Originaleinstieg mit Umgehung des Hochstadelmassivsdie Gesamtstrecke des Dreitörlwegs von NO (vom Aufstieg zum Ziethenkopf, Kreuzeckgruppe)

Der Dreitörlweg zwischen Hochstadelhaus und Karlsbader Hütte gilt als die Paradewanderung in den Lienzer Dolomiten. Er wird gerne in beiden Richtungen begangen und kann nach Westen über Kerschbaumer-, Hallebach- und Kühbodentörl ins Drautal oder sogar noch weiter über den Kofelpass und den Westteil des Gailtaler Höhenwegs verlängert werden, womit man die Gesamtdurchquerung der Lienzer Dolomiten bewältigt hätte. Schon auf der Normalvariante überschreitet man eigentlich vier Törl, das sanfte Leitentörl überm Badstübelekar zu Beginn der 15-km-Traverse wird oft vergessen. Heute ist eine ziemlich kernige Truppe unterwegs, welche zum Auftakt gleich noch den Hochstadel mit drei seiner Trabanten überschreitet, allerdings ohne viel zusätzlichem Aufwand.
Auf dieser Tour jagt ein landschaftlicher Höhepunkt den anderen. Die Szenerien in und um die Törl ist bizarr, oft surreal, die Kare und Böden dazwischen bringen uns immer wieder zum Staunen. Dem sanften Einstieg auf der Wiesenspitze folgt ein anregender Schrofengrat über den Rudnigkofel. Der Hochstadel selbst stürzt mehr als 2000 m zur Drau hinunter, seine kolossale Nordwand zählt zu den fünf höchsten der östlichen Kalkalpen. Der versicherte Südwestgrat leitet uns in ein labyrinthisches Gewirr von Scharten und Türmen, welches uns nach 300 Hm Abstieg auf den originalen Dreitörlweg entlässt. Der umgeht in vergleichsweise moderater Steigung das gesamte Hochstadelmassiv an seiner Südseite. Trittsicherheit ist aber auch hier gefragt: Die wegetechnisch schwer zu bändigenden westseitigen Abstiege vom Baumgarten- und besonders vom Kühleitentörl haben schon so manchen Seufzer gefordert. Am letzten Aufstieg ins Laserztörl verebbt oft auch bei geeichten Wandergruppen der Gesprächsfluss. Richtig gemütlich wird es dann erst wieder auf der herrlich gelegenen Karlsbader Hütte und beim entspannten Auslaufen hinunter zur Lienzer- Dolomiten-Hütte.

der begehrte Dreitörlweg nimmt seinen Anfang am Hochstadelhaus auf der Unholdenalm, 1200 m über dem Drautalunsere gehfreudige Truppe läuft nicht in die Irre: wir ziehen in voller Absicht hinauf ins Garnitzenkar und wollen gleich zu Beginn den Hochstadel und ein paar seiner Trabanten überschreitenGipfel Nummer eins ist die Wiesenspitze (ehemals Rudnighöhe), ...... von welcher sich bereits bemerkenswerte Fernblicke - wie hier auf die Schobergruppe - bietenüber einen gemächlichen Schrofenhang - ad libitum mit leichten Kraxelpassagen zu würzen - ...... und den folgenden aussichtreichen Gratrücken ...... gelangen wir ohne große Mühe auf den gut 200 m höheren Rudnigkofel; Blick gegen Norden übers Zabarotkar hinweg auf die doppelgipfelige Freiung (s. Archiv)kurzer Abstieg über den Westkamm ins Rudnigschartl, von dem wir den weiteren Anstieg auf den Hochstadel in Angriff nehmenRudnigschartl gegen FreiungBlick vom Hochstadel-Gipfeldach hinunter auf Rudnigkofel und Wiesenspitze ...... sowie gegen Südosten das Drautal hinaus; die Rote Wand, vom Rosengarten (s. Archiv) eine eindrucksvolle Berggestalt, ist von hier mit wenigen Schritten zu erreichender höchste Punkt ist nicht mehr weithinterm Gipfelkreuz des Hochstadel ...... stürzt dessen Nordwand über 1300 m hinab in den Lavanter Graben; sie zählt zu den fünf höchsten Wänden der KalkalpenUlli beim Ausstieg aus der Nordwand im Jahr 2018die imposanten Gipfel jenseits des Lavanter Grabens ...... und weiter gegen den Uhrzeigersinn ...... gegen Westen, wohin wir jetzt zum eigentlichen Dreitörlweg absteigen werdenüber den Südwestgrat gelangen wir hinunter in ein Labyrinth von abenteuerlichen Zacken und Schartendie drei Mädels vollbringen das Wunder: Ralphs erstaunliche Spontanheilung von seiner Höhenangststellenweise Seilsicherungen am Südwestgrat ...... erleichtern die Begehung erheblichBirgit und Ulli kurz oberhalb der Schneeklammscharte; ganz rechts hinten das Laserztörl - das letzte am DreitörlwegRückblick auf den Südwestgrat zum Hochstadelin der Schneeklammscharteauf einem Schuttband entlang der Nordwand ...... laufen wir hinüber in die schmale SchneeklammkopfluckeRückblick aus der Luckejenseits geht's hinunter in Richtung Dreitörlwegauch hier an den steilsten Stellen Stahlseilein stetem Wechsel folgen Bänderquerungen ...... auf steilere Felsstufen, all das inmitten einer skurillen Felslandschaftschließlich erreichen wir nach 300 Hm die Schneide des Grubenkamms, wo aus der linken unteren Bildecke der Dreitörlweg heraufkommt; die zweite dunkle Scharte vor dem Kammknick nach rechts ist das Baumgartentörldie folgenden drei Gipfel bis zum Baumgartentörl sind vom Weg aus mit wenigen Schritten zu erreichenRückblick von der Baumgartenwand aufs Hochstadelmassivauf der Traverse zum Baumgartentörlvom Gratfirst brechen beachtliche Plattenwände gegen Norden in den Baumgarten, einem Seitenast des Lavanter Grabens abBaumgartentörl gegen Kühleitenspitzegestaffelt auf einer Geraden: die beiden ausständigen Törldie Wegebauer versuchen der steilen Schotterrinne hinunter in den obersten Teil des Baumgartens ...... mittels vieler Stützbretter Herr zu werdenoberer Baumgarten gegen Nordost: über die imposante Zackenreihe des Hahnenkammturm-Nordwestpfeilers führt, beginnend mit dem Baumgartenturm ganz unten, der „Erich Vanis - Gedenkweg“ - 36 Seillängen mit Schwierigkeiten bis 6+Rückblick aufs Baumgartentörl neben dem zackigen Klammkopfhinterster Baumgarten gegen Törlkopf; gleich rechts davon ...... der Aufstieg zum nächsten Törl; ganz rechts der Kühkogel, von hier ebenfalls leicht erreichbarim Kühleitentörl, Blickrichtung Grubenkamm ...... und in Richtung Norden (Kühkogel/Lavanter Graben); die Szenerie lässt keine Wünsche offenAbstieg ins Sandkargegenüber Schwärzwand (rechts) und Schwärzspitzeder Abstieg durchs Sandkar (ganz links) ist vielleicht das unangenehmste Teilstück des Dreitörlwegs; wir umrunden die Schwärzwand bei P. 2063 (von dort markierter Weg ins Drautal) und streben daraufhin dem Laserztörl zu (Blick aus Nordost vom Zattkofel-Südsporn)der Sandanger unterm Laserztörl; durch dieses abgeschiedene Hochtal ...... führte zwischen 1983 und 2010 der historische Laserzlauf, eines der bekanntesten Schitourenrennen seiner Zeit (s. Archiv Schitouren); 2011 wurde die Challenge auf die andere Seite des Törls verlegt - landschaftlich nur mehr der halbe Spaß, aber noch immer großartigRückblick zum Hochstadelim Süden die Fortsetzung des Grubenkamms; die Nordwand der Gr. Grubenspitze, im Sommer Kletterrouten im 4. Schwierigkeitsgrad, wird im Winter gern mit Schi befahren. Zitat von Thomas Gaisbacher, einem Osttiroler Schitourenpapst: „Wenn die Schispitzen erst einmal über die Gipfelkante ins Bodenlose ragen, gibt es nur noch einen Gedanken: Ja, brutale Flanke!“im Laserztörl, offiziell Nummer drei, für uns heute das Achtevon nun an geht's bergab; vom Laserztörl folgen wir ...... dem Streckenverlauf des „zeitgenössischen“ Laserzlaufs vom Kreithof über die Lienzer-Dolomiten-Hütte und die Karlsbader Hütte bis hier heraufUlli schwelgt in Pulvertraum-Erinnerungenam Laserzsee, überragt vom Roten TurmRückblick ins Laserztörl zwischen den Gamsköpfen (links) und dem Wildsenderdie phantastische Szenerie um die Karlsbader Hütte von Norden (Kl. Laserzwand)Karlsbader Hütte vor (von links) Kerschbaumer Törlkopf, Gamswiesenspitzen und Bloßkofelbeim Abstieg geben die Laserzwände noch eine würdige Abschiedsvorstellung, ...... bevor wir bei der Lienzer-Dolomitenhütte unsere Tour beenden; dahinter der nächste Wahnsinnsberg - wer möchte nicht auf den Spitzkofel (s. Archiv)
(15.07.2026)

Literatur: Mair: Osttirol Süd. München: Rother Wanderführer 2020.
Peterka/End: AV-Führer Lienzer Dolomiten. München: Rother; leider längst vergriffen, manchmal noch in Antiquariaten oder im Internet zu finden.

  1. Lenkstein (Rieserfernergruppe)
  2. Nock, Kleiner, „Avventura-Klettersteig“, (B/C) (Zillertaler Alpen, Südtirol)
  3. Lenkspitze - Arventalspitze (Venedigergruppe)
  4. Gamswiesenspitzen, „Madonnenklettersteig“, C (Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten)
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