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Archiv Bergsteigen

Hier findest du Wanderungen, Berg- und Hochtouren, auch leichte Klettereien bis zum 3. Schwierigkeitsgrad, fallweise mit Verwendung des Gleitschirms als Abstiegshilfe. Alle Gipfel sind alphabetisch geordnet, über die Suche kannst du deine Wünsche gezielt ansteuern.

Kreuz, Hohes (Venedigergruppe)

Hohes Kreuz, 3159 m

Heikler Hausberg der Clarahütte.

Venedigergruppe, Virgental, Prägraten, Osttirol. Aufstieg 1700 Hm.

P Ströden im hintersten Virgental, knapp 5 km westl. von Prägraten, 15 km von Matrei - Islitzer Alm - Umbalfälle - Umbaltal – Clarahütte – Steg – Mittlerer Tredeber mit dem „Theo Brandstätter Weg“ – Achselkörle – ONO-Grat. Abstieg auf selbiger Route.

ÜbersichtKarteeine halbe Runde ums Hohe Kreuz gegen den Uhrzeigersinn: von SO (Rosenspitze); wir kommen vom ONO-Grat rechtsNormalanstieg von Nordosten aus dem Umbaltal (Clarahütte)unser Gipfel von Norden (Iselquelle)

Gleich 15 Dreitausender umringen die fein bewirtschaftete Clarahütte, die aufgrund des weithin bekannten Iseltrails meist ausgebucht, aber dennoch gemütlich geblieben ist. Das Hohe Kreuz ist zwar der Hütte am nächsten gelegen, wurde nach seiner Erstbesteigung 1904 (Hechenbleikner/Berger) aber lange Zeit links liegengelassen. Die Errichtung eines Gipfelkreuzes samt millimetergenau eingerichtetem Spiegel, welcher alljährlich zur Mittagsstunde der Wintersonnenwende einen Sonnenstrahl nach Prägraten reflektiert, riss den gewaltigen Koloss schließlich aus dem Dornröschenschlaf: Die spärlichen Steigspuren durch die steilen Hänge werden immer deutlicher und der Hüttenwirt sorgt für die notwendigsten Markierungspunkte. Dennoch sollte man die Besteigung nicht auf die leichte Schulter nehmen; schon die Erstbegeher erzählten von „einigen Kletterstellen in talgartigem Glimmerschiefer“ und die Felsqualität verbessert sich in Zeiten wie diesen eher auch nicht. Ganz gut charakterisiert Georg Zlöbl in seinen Dreitausendern Osttirols (s. Literatur) die Erfordernisse:
… kein leichtes Unterfangen, Kondition, Trittsicherheit und Bergerfahrung sind für den Gipfelgang gefragt … Beim Steilaufschwung zum Gipfelgrat kann bei den teils erdigen Felsstufen das Eisgerät ebenfalls von Nutzen sein. Dort ist es auch nicht falsch, weniger Geübte mit einem Seil zu sichern …
Die Gipfelschau ist dann allerdings großartig und wieder zurück auf der Hütte schmeckt das Bier besonders gut.

morgendlicher Blick von der Clarahütte zur Rötspitzeauf schmalem Steg überqueren wir die Isel und streben links hinauf ...... dem Theo Brandstätter Weg zu; Vorsicht: kein Steig für den Durchschnittswanderer!die Steigspuren führen teils steil und erdig durch die abschüssigen Grasflanken zur Höhe ...... und sind nicht immer so gut erkennbar wie hier; wo die Isel scheinbar endet, stürzt sie mit den Umbalfällen hinunter ins VirgentalEdelweiß am Wegauf etwa 2500 m, wo das Gras langsam schütter wird, ...... gabelt sich der Weg: geradeaus weiter auf die leichtere Tredeberspitze, ...... links hinüber ins Achselkörleim Nordosten an der Dreiherrenspitze das Dreiländereck Südtirol-Salzburg-Osttirolschon tief unter uns die Clarahütte mit einem halben Dutzend weiterer Dreitausender; in Bildmitte links aufwärts beginnt die „Alpenkönigroute“ - abenteuerliche Direktverbindung zur Essener-Rostocker-Hütte (s. Archiv Wiesbauerspitze)das Achselkörle ist eine grasige Mulde parallel zum ONO-Grat des Hohen Kreuz, auf den wir weiter oben hinausqueren werdenMarianna und Reinhold im Achselkörledie „Achsel“ ist eine Verflachung im ONO-Grat unseres Berges; jenseits des Dabertals der Großschoberoberhalb der Bildmitte suchen wir uns den günstigsten Durchschlupf hinaus auf den Grat, der zunächst zum Vorgipfel leitetdas Kar wird immer felsiger, ...... über eine kurze Reibungsstelle ...... tasten wir uns vorsichtig in die heikle GratflankeReinhold auf schmaler Grasrampe entlang des Grates; etwas vorteilhafter kommt man am Grat selbst weiterBlick aus dem Schatten des Vorgipfels hinüber auf Daber- und Rötspitze; links hinauf ...... nur mehr wenige Meter auf den Vorgipfel, rechts hinten schon das GipfelkreuzVorgipfel gegen Norden, von hier ...... ein netter Gratrücken zum Gipfelnur die letzten Meter zum Kreuz werden wieder etwas steilerReinhold am Gipfel, bei genauerem Hinsehen erkennt man den schräg gestellten Spiegel, der am 21. Dezember zu Mittag einen Sonnenstrahl nach Prägraten reflektiertRückblick gegen Osten auf den flachen Gipfelgratrechts anschließend Lasörling- und Panargenkammim Süden ganz hinten noch die Rieserfernergruppeder lange Grat  im Südwesten ab dem Törlkopf trägt mehrere Erhebungen über 3000 m: sie werden mit Ausnahme der Rotenmannköpfe (rechts) nicht als selbständige Gipfel gewertet, da sie die geforderten 30 m Höhenunterschied zur nächsten Scharte nicht erfüllender Grat („Umbalkamm“) setzt sich rechts (nördlich) fort und kulminiert in Daberspitze und Rötspitzenoch weiter rechts entspringt am Fuß der Dreiherrnspitze aus dem Gletschertor des Umbalkees-Abbruchs die Isel (s. Archiv Iseltrail)den Abstieg beginnen wir mit berauschendem Blick auf die zentrale Venedigergruppehinüber zum Vorgipfel und dann den steilen, erdigen Spuren direkt am Grat hinunterin Sichtweite der Clarahütte ...... ein letzter Blick zum Umbaltalschlusswie bei den Hobbits hat man wegen der extremen Lawinengefahr die Hütte in den Hang gebautbevor wir die Clarahütte erreichen, gilt es noch ein kleines Abenteuer zu bestehenein Teil des Stegs wurde vom letzten Unwetter weggespült; da die Isel als Gletscherfluss am Nachmittag wesentlich mehr Wasser führt als in der Früh, ...... muss man sich unter Umständen schon etwas einfallen lassen, um endlich zum verdienten Bier zu kommen
(12.08.2026)

Literatur: Peterka: AV-Führer Venedigergruppe. München: Rother.
Zlöbl: Die Dreitausender Osttirols. Lienz-Tristach: Verlag Grafik Zloebl 2007.

Rosenspitze (Venedigergruppe)

Rosenspitze (Venedigergruppe)

Rosenspitze, SW-Gipfel, 3022 m

Ein Lieblingsberg Ludwig Purtschellers.

P Ströden im hintersten Virgental (gebührenpflichtig) - Islitzer Alm – Umbalfälle – (Clarahütte, empfohlen, s. Archiv unter Iseltrail) – Dabertal – Leitbachtal – gesamter SW-Grat über Rosenlenkenkopf, 2809 m und Rosenlenke auf das Gipfelpaar der Rosenspitze – Sentenböden – Rudolf-Tham-Weg zur Reichenberger Hütte am Bödensee – Bachlenke – Großbachtal – Großbachalm – Stürmitzalm – Islitzer Alm – Ströden.

ÜbersichtKartedie „doppelgiebelige“ Rosenspitze von Südosten (Weißes Beil, Panargenkamm)

Ich stehe nicht an, die sich hier darbietende Aussicht als eine der großartigsten und dankbarsten in den Tiroler Bergen zu erklären. -
Fast auf den Tag genau vor 130 Jahren wurde die Rosenspitze erstmals erklommen. Der berühmte Innsbrucker Lehrer und Bergsteiger Ludwig Purtscheller, Erstbesteiger des Kilimandscharo, galt damals als einer der besten Kenner der Alpen, in denen er über 1700 Gipfel bestieg. Seiner kompetenten Meinung wird niemand widersprechen, der es auf diesen entlegenen 3000er schafft: Neben dem exzellenten Blick auf den Großvenediger und seine Trabanten (nur vom Hauptgipfel) entschlüsseln sich die geheimsten Winkel der Hohen Tauern, etwa die Hohe Grube (s. Archiv Wiesbauerspitze), das von 15 Dreitausendern umrahmte hintere Umbaltal oder der fast schreckhafte Blick in die Riesenspalte des Daberthales – mit seinen entsetzlich steilen, grün angehauchten, wandgestuften Hängen eine der wildesten Schauplätze der Lawinen …
Wir kommen vom Gletschertor der Isel am Umbalkees, haben frühmorgens wegen der etwas unstabilen Wetterlage unsere Pläne geändert, wollen eher auf markierten Wegen bleiben. Auf dem Weg zur Reichenberger Hütte können wir jedoch dem Ruf der unter Kennern legendären Rosenspitze nicht widerstehen und steigen noch im Leitbachtal in gerader Linie auf den langen SW-Grat hinauf – ab der Rosenlenke der Weg des Erstersteigers, in neuerer Zeit kaum mehr begangen, teils steiles sandiges Geröll, weit oben eine kurze Kletterpassage aus den Schieferbändern der Nordseite auf den Grat hinaus.
Der heute übliche, unkompliziertere Aufstieg von der Reichenberger Hütte zum 38 m höheren Hauptgipfel führt von den Sentenböden an der Südseite in die Scharte zwischen beide Gipfel.
Die ausgedehnte Runde (oder die extravagante Abstiegsvariante von der Clarahütte) ist übrigens auch ohne Gipfelbesteigung eine äußerst lohnende Unternehmung.

wir befinden uns bei der Einmündung des Daberbachs ins Umbaltal, zwischen den berühmten Wasserfällen und der Clarahütte (Zustiegsbilder s. im Archiv unter Iseltrail); links unser Steig in Richtung Reichenberger Hüttenach kurzem Abstieg überqueren wir die noch junge Isel ...... und marschieren auf gutem Steig ins wolkenverhangene Dabertal hinaufoben an der Talgabelung ...... verziehen sich die Nebel; Blick gegen WNW ins Karbachtal und den langen Südgrat zur Daberspitze, rechts Hohes Kreuzetwas weiter links das fast 3000 m hohe Rotenmanntörl, das den Übergang ins Defereggental ermöglichtdas Wetter entwickelt sich nicht so schlecht und wir verlassen noch vor der Daberlenke den Weg links hinauf ...... auf den vorerst breiten Kammrücken des gesamten SW-Grats der Rosenspitzeschon von hier gewinnt man interessante Einblicke in verborgene Winkel der Venedigergruppeauf der Südseite des Kammes satte Wiesen ...... mit Unmengen von Edelweißauf der Höhe des Rosenlenkekopf, 2809 m, verschärft sich der Kammüber ein paar einfache Kraxelstellen ...... hinunter in die Rosenlenkeder weitere Anstieg am eigentlichen SW-Grat, dem Weg des Erstersteigers Ludwig Purtscheller (anno 1896) ist großteils etwas bröcklig und wird heutzutage nur mehr selten begangenam besten hält man sich immer knapp neben dem Gratim Süden Daberlenke und der Panargenkamm: von rechts Keesegg, Panargenscharte und AlplesspitzeRückblick in Richtung Rotenmanntörlim Westen Hohes Kreuz und Daberspitzeim Norden Daber- und Umbaltal, in den Wolken verborgen die Dreiherrenspitze, rechts der Großschoberurplötzlich lüftet auch die Rötspitze ihren Schleiernoch ein Rückblick auf die Gabelung des Dabertals; der Kamm wird zur Schneidezuerst bequeme Schieferbänder in der Nordseite, ...... welche man an geeigneter Stelle rechts hinauf zum Grat verlässtso finden wir uns am SW-Gipfel wieder; der heute übliche Aufstieg führt von rechts ...... über die Schutthänge der Südseite in die Scharte zwischen beiden Gipfeln; der Nachbar-Dreitausender rechts ist die Reichenberger Spitzeauf den weitläufigen Sentenböden (links Rosenlenke, dahinter Daberspitze) ...... finden sich immer wieder prächtige Blumenpolsterim Osten der lange Grat von der Reichenberger Spitze zur Grauen WandRückblick auf die Rosenspitze, jetzt erkennt man den heute üblichen Normalweg in die Scharte zwischen den beiden Gipfelnan der Südkante der Sentenböden gegen Trojeralmtal und den Auslauf des Panargenkamms; von hier steigen wir ...... durch eine kurze Schlucht auf den bereits sichtbaren ...... Rudolf-Tham-Weg in Richtung Reichenberger Hütte abRückblick auf den gestreckten Giebel der Rosenspitzevor uns das Finsterkar mit seiner interessanten Umrahmunghinter der Hütte der düstere Panargenkamm: von links Alplesspitze, Panargenscharte, Keesegg und Panargenspitzevor der Hüttentür der malerische Bödenseevon der Bachlenke steigen wir links hinunter ins Großbachtal; in unserem Rücken ...... der grüne Bachlenkenkopf, ein beliebter HüttenbergTiefblick ins Großbachtal, rechts hinten das Gletscherdach des Großvenedigerkaum jemand verirrt sich heute noch ins entlegene Bachlenkenkaraus der sich verengenden Großbachschlucht ragen Quirl und Ogasilspitze (winterliche Besteigung s. Archiv)Rückblick auf die Bachlenkeauf einem kleinen Wiesenplateau hoch über der Schlucht die Großbachalmjenseits der Schlucht das einsame Rasbachkar mit dem Kleinschober rechts und dem Verbindungsgrat Großschober - Rosenspitzevon der Großbachalm führt ein extrem steiler Fahrweg ...... in unzähligen Kehren (Rückblick zum Kleinschober) ...... vorbei an der Stürmitzalm (von links Toinigspitze, Kriselachspitze und Kleinbachtal) ...... hinunter zur Islitzer Alm und zum Ausgangspunkt unserer Runde in Ströden
(21.07.2026)

Literatur: Peterka: AV-Führer Venedigergruppe. München: Rother.
Zlöbl: Die Dreitausender Osttirols. Tristach: Zloebl 2007.
Gasser: Erlebnis Osttirol. Graz: Leopold Stocker Verlag 1979.



Wiesbauerspitze - Schinagl (Venedigergruppe)

Wiesbauerspitze (Mullwitzkopf), 2768 m – Schinagl, 2875 m

Außergewöhnliche Landschaftsbilder entlang der „Alpenkönigroute“.

Venedigergruppe, Virgental, Prägraten, Osttirol. Aufstieg 1800 Hm.

P Ströden im hintersten Virgental, knapp 5 km westl. von Prägraten, 15 km von Matrei - Islitzer Alm - Umbalfälle - Umbaltal - bez. Steig über den Wiesenberg – Wiesbauerspitze - Hochkar – ab hier der Westteil der Alpenkönigroute: Hohe Grubenscharte (auch: Quirlscharte) – Hohe Gruben – O-Flanke/SO-Kamm zum Schinagl – Steingrube – Zunagl – Clarahütte – Umbalfälle - Ströden.

ÜbersichtKarteder erste (östliche) Teil der Tour - ab Hochkarscharte (zwischen Hochkarkopf und Quirl) folgen wir der AlpenkönigrouteTeil zwei ab Hohe Grubenscharte (ganz rechts in den Wolken) über den Schinagl mit Steilabstieg zur Clarahütte

Ein neu angelegter Steig hoch über den Umbalfällen lässt den ambitionierten Wanderer seit 2013 ohne besondere Hindernisse den einst kaum besuchten Mullwitzkopf erreichen. Dass nach dem Verkauf des Berges an einen Wiener Wurstfabrikanten sein Gipfel kurzerhand in Wiesbauerspitze umbenannt wurde – was seinerzeit zu starken Kontroversen geführt hat – bereitet uns heute nicht mehr allzu viel Kopfzerbrechen. Die Ersteigung dieses wirklich hervorragenden Aussichtspunktes ist aufgrund der ausgestochenen neuen Wegtrasse natürlich wesentlich einfacher geworden, vielen unserer ehrenamtlichen Erschließern und Wegerhaltern wäre es dennoch peinlich, am Gipfelkreuz als „große Gönner“ verewigt zu werden. Wurscht. -
Meist wird der Gipfel wieder am Anstiegsweg verlassen, wir queren aber gleich unterhalb des höchsten Punktes gegen Nordwesten ins Hochkar zwischen Ogasilspitze und Zopatkogel hinauf. Knapp unterhalb der Hochkarscharte klinken wir uns in die vereinzelten Steigspuren der Alpenkönigroute ein. Diese etwas heikle Direktverbindung von Essener-Rostocker- und Clarahütte führt durch ein landschaftliches Märchenland von Weltklasse. Die Knackpunkte lauern im westseitigen Abstieg von der Hohen Grubenscharte (viel loses, erdiges Geröll), im Aufstieg zum Schinagl (vom südlichen Seeufer steil schräg links hinauf!) und am finalen Steilabstieg zur Clarahütte ab dem Zunagl, einer Aussichtsterrasse am südwestlichen Abbruch der Steingrube. Wegfindung nicht immer einfach, teilweise Steilgelände, welches kein Ausgleiten verzeiht, bei Unsicherheit begibt man sich am besten unter die Fittiche eines Bergführers.
Als Stützpunkt ist die gut geführte Clarahütte sehr zu empfehlen, sie ist Ausgangspunkt zu zahlreichen weiteren lohnenden Unternehmungen: 15 Dreitausender wie Dreiherrenspitze, Rötspitze, Hohes Kreuz oder der Hüttenübergang zur Reichenberger Hütte (s. Archiv Rosenspitze).

am Endpunkt der Virgentalstraße liegt Ströden, ein Einzelgehöft mit Herz-Jesu-Kapelle sowie ausreichend gebührenpflichtigen Parkplätzen, im Sommer auch mit öffentlichem Bus erreichbar; auf der Anhöhe rechts ...... die idyllische Hubertuskapellean der Gabelung Maurertal-Umbaltal steht eine Miniaturausgabe des Gipfelkreuzes auf der Wiesbauerspitzeam Zustieg passieren wir die berühmten Umbalfälle, ...... eines der vielen gewaltigen Osttiroler Naturschauspiele; mehr Bilder vom Iseltrail im gleichnamigen Archiv-Berichtetwa zwei Kilometer vor der Clarahütte die Abzweigung zum relativ neu angelegten Steig auf den sogenannten Wiesenberg; heute mit von der Partie Marianna, Sabine und Reinholdvon der jungen Isel leitet der Steig über ein paar kurze Steilstufen ...... hinauf zu den zufriedenen Ziegen unter den steilen Südhängen der Ogasilspitze (winterliche Besteigung s. Archiv Bergsteigen)hier oben beginnt die lange, flache Querung hinüber zum Gipfeldach der WiesenspitzeEdelweiß am WegesrandBlickrichtung West, der Schinagl wird als Zugabe heute noch überschrittenfaules Murmeltier hoch über den Umbalfällentrotz der Kontroversen um den Verkauf und die Umbenennung des Berges sind viele Bergsteiger dankbar für die neu gegrabene Trasse durch die teils extrem steilen Wiesenhängedie Wiesbauerspitze liegt praktisch über den Dächern von Ströden - mit dem Umweg durchs Umbaltal ...... haben wir uns die einzige Schwachstelle auf den großartigen Aussichtsberg erkauftvor Errichtung des Steiges hatte der ehemalige Mullwitzkogel tatsächlich wesentlich weniger Besuchwir starten die Gipfelschau im Norden: das Maurertal mit Gr. Geiger und Großvenedigerim Uhrzeigersinn geht's weiter: Eichhamstock und dahinter Frosnitzkamm, welche das Virgental im Norden begrenzenVirgental mit Matrei und Schobergruppe im Hintergrundanschließend die Lasörlinggruppe, ...... das Kleinbachtal ...... und das Großbachtal mit dem direkten Übergang aus dem Umbaltal zur Reichenberger Hütte (s. Archiv Rosenspitze)im Westen schließlich die Talgabel Daber- Umbaltal und die Ogasilspitze; ungefähr an der Licht-Schatten-Grenze unsere Querung des Wiesenbergesdie Damen steigen am Anstiegsweg zurück zur Isel, die Herren marschieren ins Hochkar hinauf und klinken sich unterhalb des Quirl in die „Alpenkönigroute“ ein, der etwas verwegenen direkten Verbindung Essener-Rostocker-Hütte - Clarahüttemöglichst weit oben queren wir - ...... vorbei an der Scharte vor dem Zopatkogel, wo die Osterinsel den Großvenediger grüßt - ...... auf spärlichen Steigspuren und mit sporadischen Markierungen ins Hochkar hineinganz oben erreichen wir inmitten einer fantastischen Mondlandschaft die AlpenkönigrouteRückblick gegen Südostan der Hohen Grubenscharte beginnt der zerschartete Nordgrat auf die OgasilspitzeTiefblick vom Gratbeginn auf Hohe Grube und Schinagl, unsere nächsten Zieleauf der anderen Seite der urweltliche Quirl, ...... welcher alle paar Meter sein Aussehen verändert: Reinhold beginnt ...... im Anblick des Steingrubenkogel den etwas unbequemen Abstieg über die steilen Erd-Geröll-Halden ...... in die weitaus lieblichere Hohe Gruben, die wir anschließend diagonal zum Fuß des Schinagl hin durchwanderndie „Höahe Grüeben“ ist umgeben von bizarren Dreitausendern wie der Ogasilspitze; Mitte August sind die verträumten Seen heuer bereits halb ausgetrocknetim Nordwesten begrenzt der mauerartige Südgrat des Steingrubenkogel die Grubenden größten, südlichsten See passieren wir auf der linken Seite und werden in der Folge den steilen Wiesenhang links hinaus auf den Kamm des Schinagl steigendie Südspitze des Sees mit Steingrubenkopf und QuirlRückblick zur Hohen Grubenscharte vom Aufstieg zum SchinaglSchinaglgipfel gegen Dabertal, von links Großschober, Panargenkamm und Hohes Kreuz (s. Archiv)Tiefblick auf Hohe Gruben mit Ogasilspitzeder anfangs breite Südkamm zum Steingrubenkogelder Abstieg vom Schinagl in Richtung Rötspitze vollzieht sich zunächst auf einem rampenartigen Plateau, ...... welches gemächlich von der Steingrube herunterzieht, ...... vom linken Rand weg aber mit extremen Steilhängen zur Isel abstürztauf der Aussichtsterrasse des Zunagl wenden sich die sporadischen Steigspuren scharf nach links ...... die einzige Schwachstelle der Abbrüche hinunterdie grasigen Steilhänge werden immer wieder ...... von felsigen Abschnitten unterbrochenzwei Passagen sind mit Seilen versichertinsgesamt verlangt dieser finale Abstieg zur Clarahütte (rechts unten wegen der Lawinen hobbitmäßig in den Hang gebaut) trotz vereinzelter Markierungen einiges Gespür in der Wegfindung und ist auch gehtechnisch nicht zu unterschätzen
(11.08.2026)

Literatur: Peterka: AV-Führer Venedigergruppe. München: Rother.
Zahel: Osttirol zwischen Hohen Tauern und Karnischen Alpen. 50 Touren. München: Rother Wanderbuch 2012.
Zlöbl: Die Dreitausender Osttirols. Lienz-Tristach: Verlag Grafik Zloebl 2007.

Iseltrail (Hohe Tauern)

Iseltrail, 650-2600 m

Von der Mündung bis zum Gletschertor.

Lienz bis Iselursprung, Hohe Tauern, Osttirol. Aufstieg 2100 Hm, 73,7 km Traillänge (59 km Flusslänge).

Lienz – Ainet - St. Johann im Walde – Huben – Matrei – Virgen – Prägraten – Hinterbichl – Umbalfälle – Clarahütte – Gletschertor – Hinterbichl – Bus zurück nach Lienz. Die gesamte Strecke wird üblicherweise in 5 Etappen begangen.

ÜbersichtKartemittels solcher Wegtafeln ist der gesamte, fast 75 km lange Trail perfekt ausgeschildertStartpunkt des Trails ist die Sonnenstadt Lienz, hier die Spitalsbrücke mit den Lienzer Dolomiten

Für Weitwanderer stellt der Iseltrail in vielerlei Hinsicht ein besonderes Gustostück dar: Entlang des letzten frei fließenden Gletscherflusses der Ostalpen, des längsten und wasserreichsten Osttirols, durchwandern wir drei Höhenstufen der Vegetation und vier Gebirgsgruppen der Hohen Tauern mit sechs geologischen Gesteinseinheiten. Vom Mündungsfels am Zusammenfluss mit der Drau bis zur Quelle im Eis der Venedigergruppe (Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern) erwarten uns neben beeindruckenden Landschaften Besonderheiten verschiedenster Art, botanische wie kulturelle, aber auch das Abenteuer kommt nicht zu kurz: Die Länge der Hängebrücke über die Iselschlucht entspricht ziemlich genau dem Abgrund unter uns, für Ängstliche gibt es eine harmlose Alternative.
Oft werden die einzelnen Etappen von einer fixen Unterkunft aus mit Busunterstützung angegangen. Wir bevorzugen die Übernachtung auf den Campingplätzen in Ainet, Matrei und Hinterbichl, wo auch für das leibliche Wohl gesorgt ist. In der hochalpinen Region bietet die gut geführte Clarahütte einen gastlichen Stützpunkt. Falls nur beschränkt Zeit zur Verfügung steht, ist am ehesten die Strecke zwischen Ainet und Huben verzichtbar, da sie über kilometerlange Staubstraßen entlang einer Hochspannungsleitung führt. Dafür werden sich alpinistisch angehauchte Besucher kaum so schnell von der Clarahütte verabschieden können - sie wird umringt von gleich 15 imposanten 3000ern.
Am begehrtesten sind  Rötspitze oder Dreiherrenspitze, welche den Großteil der Wassermassen für die gewaltigen Umbalfälle liefern. Aber auch weniger bekannte Gipfel wie der Ahrner Kopf, Steingrubenkopf, Tredeberspitze oder Hohes Kreuz werden wieder häufiger bestiegen. Die Wiesbauerspitze, einstmals Mullwitzkogel, erreicht zwar nicht diese Höhe, verfügt aber über einen neuen markierten Steig. Bei ausreichend Zeit bieten sich hochinteressante Hüttenübergänge an, etwa über die Lenkjöchlhütte ins Südtiroler Ahrntal, die Alpenkönigroute oder die Reichenberger Hütte als Verbindung zum Lasörling-Höhenweg (s. Archiv Rosenspitze).
Das Bildmaterial für die ersten drei Etappen zwischen Lienz und Hinterbichl ist früh im Jahr entstanden, die restliche Strecke haben wir im Hochsommer begangen.

keine 15 Gehminuten vom Lienzer Bahnhof mündet die Isel in die Drau - das milchige Wasser verrät dem Fachmann sogleich den Gletscherfluss; gleich jenseits des Draustegs ...... der Mündungsfels, an dem unser Trail beginnt; überragt wird er von der 2904 m hohen Schleinitz, einem Hausberg der Lienzer (s. Archiv)man sollte besser nicht sofort entlang der Isel davonspurten - ein Blick ins Zentrum der entzückenden Stadt lohnt sich in jedem Fall; Hauptplatz mit Liebburgmildes Klima und die herrliche Umrahmung von gleich vier gewaltigen Gebirgsgruppen haben Lienz den Beinamen „Sonnenstadt“ eingebracht; stadtaus am Rechten IselwegLienz ist nicht zuletzt auch Kunststadt: der „Stein der Weisen“ auf dem Gelände des MCI-Campus gleich hinter der Pfarrbrücke, welcher den Einstieg in ein technisches Studium vor Ort ermöglichtauf dem Poetensteig verlassen wir das Stadtgebiet; Blick auf Schloss Bruck und den Hochsteinvon Beginn an ist der Iseltrail mit detailreichen Infotafeln ausgestattet; hier an der Aussichtsplattform Pfisteran der Tagger-Lutz-Brücke beginnt ...... der sogenannte Katzensteig, ...... der gekonnt das hier steile Flussufer überlistetam Rastplatz Iselstrand wird in der Ferne die Venedigergruppe der Hohen Tauern sichtbar, an der wir uns in weiterer Folge nach links gegen Westen dem Hochgebirge zuwenden werdenfeine Rastplätze sind am Iseltrail dicht gesät; voraus die Glanzer BrückeAussichtskanzeln - wie hier gegen die Schobergruppe - ...... und robuste Metallkonstruktionen erleichtern das Überwinden steilerer Uferpassagengleich neben der Schlaitner Brücke bei Ainet befindet sich ein netter Campingplatz, auf dem man auch verköstigt wird - ein perfekter Stopp für Wanderer, welche am Vormittag nach Lienz angereist sind und noch in der zweiten Tageshälfte den Trail in Angriff nehmen wolleneineinhalb Kilometer weiter passieren wir einen kleinen, aber feinen Familienklettergarten der AV-Sektion Lienz (s. Archiv Klettern unter Schlaiten)eine Viertelstunde oberhalb der Isel stürzt der Daberer Wasserfall zu Tal; die Schlucht bietet auch Gelegenheit zum CanyoningWanderstempel in St. Johann im Walde; viele beenden hier die erste Etappe des Trailswir wollen aber heute noch weiter bis Matrei; gleich hinter St. Johann stoßen wir auf einen kleinen See mit ersten Skulpturen am Trailetliche Straßenkilometer weiter mündet das Defereggen- ins Iseltal; auch hier hinten ein kleiner Klettergarten (s. Archiv Klettern unter Schwarzach- und Unterpeischlacher Klamm); ansonsten sehen wir die Strecke zwischen Ainet und Huben als „Durststrecke“ des Iseltrails, auf die man bei Zeitmangel am ehesten verzichten kannab Huben wird es wieder interessanter: noch vor der Kirche und dem Feuerwehrhaus(!) müssen wir auf die andere Iselseite. Vorsicht, der auf den Infotafeln verzeichnete Wegverlauf kann einen falschen Eindruck vermittelnauf dem alten Kohlweg ...... weiter zum Feldner Kataraktder Katarakt aus 1500 m Höhe (vom Kegelstein); von hier geht es merklich steiler als bisher über die Ortschaft Feld (Einkehrmöglichkeit) ...... hinauf ins Talbecken von Matrei, wo wir anderntags gegen Westen ins Virgental abbiegen; das Ziel unseres Trails - die Iselquelle - liegt von hier aus gesehen genau hinter den Malhamspitzen, welche wir übermorgen linksseitig durchs Umbaltal umrunden werdender Iseltrail (die verbleibenden Etappen 3-5) vom Rotenkogel (s. Archiv)frühmorgens an der Zellbrücke bei Matrei in Osttirol; die ersten Sonnenstrahlen erreichen soeben die Gipfel der Granatspitzgruppe, links Nussingkogel und Bretterwand (beide s. Archiv Bergsteigen)auf der Nordseite des Eingangs zum Virgental der Frosnitzkamm mit dem südöstlichsten 3000er der Venedigergruppe, dem Ochsenbug (dessen Überschreitung s. ebenfalls im Archiv)gegen Westen der Blick weiter hinein ins Virgental; der Bergerkogel ist auch im Winter sehr beliebt (s. Archiv Schitouren)wieder wechseln wir das Ufer ...... auf den idyllischen Virgener Auenweg, der einen starken Kontrast ...... zu den sehr selten bestiegenen wilden Gesellen des Frosnitzkamms bildetum Virgen wird das Tal wieder weiter ...... und bietet ausreichend Platz für den „Virgener Skulpturenpark“, ...... den wir am Iseltrail vollständig durchquerenneben modernen Objekten werden hier auch antike Vorbilder neu aufgegriffen, wie etwa Sokrates: „Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden“Osttiroler und renommierte Gastkünstler haben sich hier in einer ehemaligen Säge mit einer Steinbildhauerwerkstatt einen Freiraum geschaffen, ...... in welchem tonnenschwere Steine in kunstvolle Skulpturen verwandelt werden, Natur zu Kunst wird; hier geht's weiter am Iseltrailhinter dem Skulpturenpark müssen wir nahe dem Eingang der Iselschlucht den Fluss verlassen und steigen hinauf zur Ortschaft Welzelach, ...... wo wir uns einem weiteren Höhepunkt des Trails nähern; ängstlichere Gemüter nehmen die kürzere Alternativroute, ...... wir steigen den bei Nässe etwas unangenehmen Waldsteig steil hinunter auf den Grund der Schlucht, ...... überqueren abermals die Isel ...... und erklimmen den Gegenhang rechts hinauf ...... zu einer idyllischen Almwiese mit Blick auf Wunwand und WunspitzeRückblick über die Schlucht auf Welzelach; am jenseitigen Gebirgszug wartet die nächste mehrtägige Wanderung: der Lasörling-Höhenwegnur wenige Schritte weiter ein prominentes Schaustück des Iseltrails: ...... die 86 m lange Hängebrücke über die Iselschluchtdas imposante Bauwerk wurde 2020 errichtet, die Projektkosten beliefen sich auf 500.000 €die Länge der Brücke entspricht in etwa ...... der Tiefe des AbgrundsRückblick auf die Brücke, ...... die wegen der leichten Erreichbarkeit auch für weniger Sportliche ein begehrtes Ziel darstelltwieder auf der Südseite der Isel erhält man einen Eindruck, wie die Landstraße zwischen Virgen und Prägraten die Seitenarme der Schlucht überlistetRückblick auf die Hängebrückeab seiner dritten Etappe sollte man den Iseltrail nicht zu früh im Jahr begehen, da Schnee und Eis auf schmalen Steigabschnitten noch im April Schwierigkeiten bereiten können; Hangquerung aus der oberen Iselschluchtvor Prägraten öffnet sich die Schluchtder Vordere Sajatkopf; die „Prägratner Sonnenplatten“ aus herrlichem Grünschiefer sind ein beliebtes Genussklettergebiet für den mittleren Schwierigkeitsgrad (s. Archiv Klettern)unterhalb der kleinen Ortschaft Bichl verengt sich das Tal und spaltet sich in mehrere Seitentäler aufdie Kapelle St. Crysanth und Sebastian in Hinterbichl; das hier nach Norden abzweigende Dorfer Tal unter Finsterwitzkopf (s. Archiv) und Schlüsselspitze führt hinauf zu Johannishütte und Defregger Haus am Normalanstieg zum Großvenediger (eine großzügige Mehrtagesüberschreitung s. Archiv Schitouren)in Hinterbichl findet sich wieder ein netter Campingplatz, von dem man die letzten beiden Etappen durchs Umbaltal ins Reich der 3000er zur Iselquelle in Angriff nehmen kann; hinten überm Taleinschnitt das Hohe Kreuz, 3159 m, an dem wir rechts vorbei zur Clarahütte marschieren werdenrund um den kleinen Weiler Ströden am Fuß der Wiesbauerspitze die letzten gebührenpflichtigen Parkplätze, im Sommer öffentliche Busverbindungvon Ströden zur Islitzer Alm gibt es ein Elektroshuttle, bis hierher darf man auch noch radelnhinterm Dach erkennt man bereits die Unteren Umbalfälledie Umbalfälle sind eins der absoluten Highlights am Iseltrailein Natur-Kraft-Weg mit Aussichtskanzeln und Infotafeln begleitet die stürzenden Wasserin der kalten Jahreszeit ist diese vierte Etappe wegen großer Lawinengefahr meist unbegehbar, ...... obschon die Katarakte bei Eis und Schnee völlig ungewohnte Details vermitteln; mehr eisige Eindrücke von den Fällen und den Verhältnissen weiter oben - selbst in schneearmen Wintern - vermittelt unsere Besteigung der Ogasilspitze (s. Archiv Bergsteigen)die flache Stufe der Blinigalm trennt die Unteren von den Oberen Umbalfällennach den Katarakten wird die Schlucht schlagartig flacher, die Talschlussbrücke lässt uns auf die andere Flussseite wechselnvorbei am Reggenfall ...... führt der Steig am sonnseitigen Hang ...... vorbei an der Ochsnerhütte ...... zur Einmündung des Dabertals, welches wir links liegen lassen; wir marschieren im Umbaltal weiter, geradewegs auf die (noch) eisumgürtete Rötspitze zuwenige Minuten später ist die Clarahütte erreichtlängst hat sich herumgesprochen, dass die Hütte hervorragend bewirtschaftet ist; um zur Hauptsaison zwischen all den internationalen Besuchern noch einen Platz zu ergattern, ist frühzeitige Reservierung zu empfehlennach mehrmaliger Zerstörung durch gewaltige Lawinenabgänge wurde die Clarahütte beim letzten Wiederaufbau nach Hobbitart dem Gelände angepasstein Stück hinter der Hütte wechseln wir abermals die SeiteRückblick in Richtung Hütte; die Pyramide jenseits des Dabertals ist der Großschober, ein eher selten bestiegener, wegloser 3000erbequeme Versicherungen helfen über einen von vergangenem Gletschereis glatt geschliffenen Felsriegel ...... auf die nächste Etage mit den Eisseender Blick ist frei geworden auf Althaus- und Umbalkees mit der Dreiherrenspitze, dem Kulminationspunkt des Dreiländerecks Salzburg - Osttirol - Südtirol, welcher mittlerweile schon eisfrei zu erreichen istweiter rechts das Reggentörl mit dem gleichnamigen Turm,welches zwischen Malhamspitzen (rechts) und Grubachspitzen den Gletscherübergang zur Essener-Rostocker-Hütte ermöglichtdie Metallpyramide markiert das offizielle Ende des Iseltrailsda sich das Umbalkees rasant zurückzieht, muss man zurzeit etwa eine halbe Stunde (inkl. Fotostops) ...... so gut wie weglos weitermarschieren - im Hintergrund der Grat vom Ahrner Kopf zur Rötspitze, Grenzkamm zu Italien - , ...... um zum Gletscherrand zu gelangenfinaler Höhepunkt der Tour: der Iselursprung am Gletschertorvon der Stirnkante des Umbalkees ...... brechen immer wieder Eismassen ab, was die Flächen- und Massenbilanz ständig und in zunehmendem Maße verringertin den letzten 100 Jahren haben sich die ursprünglichen Werte unserer Alpengletscher um mehr als 50 % vermindert, Tendenz stark steigend - unsere Gletscher rinnen durch die Klimaerwärmung buchstäblich den Bach hinab
(04.-07.2026)

Literatur: Mair: Am Iseltrail. Vom Mündungsfels zur Quelle im Eis. Lienz: Tourismusverband Osttirol 2024.
Muhar/Michor/Stöhr/Unterlercher: Die Isel. Gletscherfluss in der Kulturlandschaft. Innsbruck: Michael Wagner Verlag 2024.

Ogasilspitze (Venedigergruppe)

Ogasilspitze, 3032 m

Keckes Horn hoch über den Umbalfällen.

Venedigergruppe, Maurerkamm , Prägraten, Osttirol. Aufstieg 1400 - 1700 Hm.

P Ströden im hintersten Virgental, knapp 5 km westl. von Prägraten, 15 km von Matrei - Islitzer Alm - Umbalfälle - Umbaltal - bez. Steig über den Wiesenberg - ab ca. 2500 m weglos links abzweigend S-Flanke/SO-Grat auf die Ogasilspitze.

ÜbersichtKartedie Berge um die Ogasilspitze von SO (Toinigspitze, Lasörlingkamm)

Der einsame Maurerkamm zieht vom Venediger-Hauptkamm (zwischen Dreiherrnspitze und Simonyspitzen) über Reggentörl und Malhamspitzen nach Süden gegen das Umbaltal mit seinen berühmten Wasserfällen. Erst ganz zuletzt entwächst der von einem halben Dutzend Gletschern umlagerten Dreitausenderkette eine viergliedrige Kralle, deren Finger eine Reihe gespenstisch-eleganter Felsberge tragen. All diese Gipfel werden bis heute selten erklommen, der alte AV-Führer weist Fehler und Lücken auf. Die romantischen Hochkare mit ihren krönenden, alpin-ernsten Gratschneiden zaubern jedoch eine weltentrückte Landschaft von hohem Reiz, die neuerdings durch eine markierte Steiganlage leichter als bisher erreichbar wird. Zwei Kilometer vor der Clarahütte (s. Archiv Iseltrail), bei der Einmündung des Reggenbachs in die junge Isel, zweigt die ausgestochene, kurz sogar versicherte Trasse nach Norden ab, quert den steil abfallenden Wiesenberg - die ausladende Südflanke der Ogasilspitze - und führt problemlos auf den Mullwitzkogel, der kurzerhand in „Wiesbauerspitze“ umbenannt wurde.
Von diesem Steig aus kann man nun auch wesentlich einfacher als über den heiklen Westteil der „Alpenkönigroute“ (s. Archiv Wiesbauerspitze) in die Hohen Gruben und das Hochkar vordringen. Die Gipfel darüber bleiben allerdings eher alpin angehauchten Kletterern mit Hang zum Abenteuer vorbehalten; selbst die Schwachstellen der Ogasilspitze sind nicht ganz einfach zu nehmen.

zum Greifen nah und doch so fern: die Wiesbauerspitze vom Parkplatz Ströden im hintersten Virgentalbeeindruckende Eisfälle stürzen zu Jahresbeginn ins Umbaltal herunter: hier der Großbachfall aus der Lasörlinggruppeauf Tuchfühlung mit den berühmten Umbalfällen steigen wir den engen Talschlund hinauf; bei höherer Schneelage eine Lawinenfalle ersten Rangeswir können uns nicht sattsehen an den Launen der Natur, wie etwa an diesen fröhlich dahintümpelnden Eiskükendie Flachstelle zwischen den Fällen; die Temperatur hier unten geht gegen -20°Cbeim Anstieg zum oberen Talboden rückt die Wiesbauerspitze ins Bilddie obere Talsohle ist erreicht, nach wenigen Metern werden wir noch auf der Fahrstraße die Steigeisen anlegen; ganz im Hintergrund die Daberspitzeauf etwa 1900 m wird die junge Isel überschrittenkurz danach die Abzweigung des neuen Steiges auf die Wiesbauerspitze; geradeaus weiter gelangt man nach 2 km zur Clarahüttewoher der Schnee für solch eine riesige Lawine wohl stammt?ein kurzes Wegstück ist sogar versichertendlich in der Sonne; Ulli unter dem Schinakel, einem Gipfel im Auslauf des Steingrubenkogel-Südostgratesleicht ansteigend queren wir den Wiesenberg: über uns die mächtige Ogasil-Süflanke, deren rechte Begrenzung wir für den Aufstieg wählen werdender schmale Steig bricht manchmal an die 1000 m direkt zu den Umbalfällen abEisgebilde am Wegesrandan einer Geländekante der freie Blick auf die Wiesbauerspitze, auf die noch etwa 250 Hm fehlen; wir wenden uns jedoch nach links hinauf ...... zum Südostgrat der Ogasilspitze, der anfangs scharfe Zähne auf steilem Gras zeigtauf etwa 2600 m verbreitert sich der Südostgrat vorübergehend zu einer gut 30° steilen Firnflankeauf ca. 2800 m verschärft er sich wieder zunehmend; Rückblick gegen SüdostenUlli knapp unterm GipfelGipfelblick von der Ogasilspitze übers Hochkar gegen NOdas Panorama im Ostenim SO die zentrale Lasörlinggruppeetwas weiter rechts reicht der Blick über den Lasörling- und Panargenkamm bis zu den DolomitenAbstieg am unteren SO-Grat; das Gelände ist so steil, dass wir die Steigeisen selbst in den jetzt angetauten Grasschrofen nicht missen möchtenauf dem Rückweg über den Wiesenberg; links die Nordschulter des Großschober, in Bildmitte Hohes Kreuz, daneben Daberspitze und Tredeberspitze
(03.01.2017)

Literatur: Peterka: AV-Führer Venedigergruppe. München: Rother.
Zlöbl: Die Dreitausender Osttirols. Lienz-Tristach: Verlag Grafik Zloebl 2007.

  1. Blauspitze, SW-Grat-Klettersteig, C/D (Granatspitzgruppe)
  2. Gölbner (Villgratner Berge)
  3. Alplspitze - Dorfberg (Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten)
  4. Spitzenstein - Klettersteig, A/B (Gailtaler Alpen, Lienzer Dolomiten)
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